Marktbericht: Börse New York
GM verhagelt Wochenstart der US-Börsen

Die Wall-Street-Woche beginnt denkbar schlecht: Die Angst vor einem Zusammenbruch von General Motors hat die US-Börsen deutlich ins Minus gedrückt. Die GM-Aktie gehörte zu den größten Verlierern – neben den Finanzenwerten, die nach der Bankenrettung in Spanien ebenfalls Federn lassen mussten.

HB NEW YORK. Sorgen um die Zukunft der US-Autoindustrie haben die Wall Street am Montag deutlich ins Minus gedrückt. Nach dem Zurückweisen der Sanierungspläne von Opel-Mutter General Motors und Rivale Chrysler durch die US-Regierung herrschte an der Wall Street Angst vor der Insolvenz beider Hersteller. GM bezeichnete die Beantragung von Gläubigerschutz ebenso wie US-Präsident Barack Obama als mögliche Option. Unter Druck kamen auch Bankenwerte, nachdem erstmals seit Beginn der Finanzkrise auch in Spanien ein Finanzinstitut vom Staat gestützt werden musste.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte sank um 3,3 Prozent auf 7 522 Punkte. Dabei pendelte er zwischen 7 773 und 7 437 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 3,5 Prozent auf 787 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 2,8 Prozent auf 1501 Zähler.

Bestimmendes Thema in New York war die Zukunft des einst weltgrößten Autobauers GM. „Offenbar dreht sich heute alles um Detroit und die Ängste vor einem Zusammenbruch des Autobauers (GM)“, sagte Peter Cardillo von Avalon Partners. Die GM-Aktie zählte mit einem Minus von 25,4 Prozent auf 2,70 Dollar zu den größten Verlierern. Auf Drängen der Regierung musste GM-Chef Rick Wagoner mit sofortiger Wirkung zurücktreten. „Die Regierung hat den GM-Chef herausgedrängt und die Sorge ist, dass dies eine Präzedenzwirkung auf andere Unternehmen hat, die staatliche Hilfe bekommen haben“, erklärte Cardillo.

Wagoners Nachfolger Fritz Henderson schloss die Beantragung von Gläubigerschutz nicht aus. „GM wird alle notwendigen Schritte für eine erfolgreiche Restrukturierung in Angriff nehmen. Dazu zählt auch ein vom Gericht überwachter Prozess“, sagte der neue GM-Chef. Jedoch ziehe er es vor, den Konzern außerhalb des Gläubigerschutzes zu sanieren. Zuvor hatte auch Obama erklärt, Gläubigerschutz sei eine Option, um die Restrukturierung von GM und Rivale Chrysler voranzutreiben.

Im Sog von GM gaben auch die Papiere des Autobauers Ford nach, der im Gegensatz zur Opel-Mutter und Chrysler noch keine Milliardenhilfen von der US-Regierung erhalten hat. Das Minus fiel mit 2,8 Prozent jedoch moderat aus. Die Aktien von Zulieferer American Axle, der ein Großteil seines Umsatzes mit GM macht, stürzten aus Angst vor einer Insolvenz des größten US-Autobauers dagegen um 22,2 Prozent ab. „Es gibt immer noch viele Probleme. Die Autoindustrie ist nur eines davon“, sagte Investment-Stratege Bill Strazullo.

Banken mussten nach der Rettung der spanischen Sparkasse Caja Castilla la Mancha ebenfalls Federn lassen. Das Geldhaus erhält nach Angaben der Behörden eine milliardenschwere Kapitalspritze von der Zentralbank des Landes. „Viele Probleme im Finanzsektor werden noch lange bestehen und die Banken werden weitere Regierungshilfen benötigen“, sagte Strazullo. In New York brachen Citigroup-Papiere um 11,8 Prozent ein, Bank-of-America-Scheine verbilligten sich um 17,9 Prozent. Bei Wells Fargo belief sich das Minus auf 14,2 Prozent und bei JPMorgan Chase auf 9,3 Prozent. Auf die Stimmung drückten auch Äußerungen von US-Finanzminister Timothy Geithner, wonach der US-Regierung nur noch rund 135 Mrd. Dollar aus dem 700-Milliarden-Topf für die Rettung strauchelnder Banken blieben. Die Papiere des US-Düngermittelherstellers CF Industries verloren vier Prozent, nachdem der Konzern auch eine verbesserte Übernahmeofferte des kanadischen Rivalen Agrium abgelehnt hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,5 Mrd. Aktien den Besitzer. 357 Werte legten zu, 2 741 gaben nach und 49 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von zwei Mrd. Aktien 619 im Plus, 2 045 im Minus und 116 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 14/32 auf 100-10/32. Sie rentierten mit 2,712 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 10/32 auf 98-05/32 und hatten eine Rendite von 3,600 Prozent.

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