Marktbericht Börse Tokio
Finanzwerte werfen den Nikkei zurück

Eine negative Analystenstudie zum Bankensektor und Sorgen vor einer weiteren Aufwertung des Yen haben den Aufwärtstrend am japanischen Aktienmarkt gebremst. Auch an anderen asiatischen Börsen gaben die Kurse nach. Für Aufsehen sorgte eine millionenschwerer Insiderverkauf in Hongkong.

HB TOKIO. Gewinnmitnahmen haben die asiatischen Aktienmärkte am Mittwoch etwas zurückgeworfen. Der japanische Nikkei-Index gab0,8 Prozent nach auf 10 312 Punkte, der marktbreite Topix-Index verlor 0,7 Prozent. In Hongkong fiel der Hang-Seng-Index in der ersten Handelshälfte um 0,95 Prozent zurück, während die chinesischen Festlandbörsen in Schanghai und Shenzhen ebenso wie der Sensex-Index in Bombay leicht zulegen konnten.

An der Wall Street hatten die Aktienkurse noch mehrheitlich zugelegt. Der Dow Jones schloss 0,6 Prozent höher bei 9497 Punkten, der S&P 500 und der technologielastige Nasdaq Composite legten jeweils 0,9 Prozent zu auf 1 025 bzw. 2 037 Zähler. Die US-Futures hatten nachbörslich allerdings leicht ins Minus gedreht.

In Tokio gehörten Finanzwerte zu den schwächsten Aktien am Markt. Die Papiere der Großbank Mitsubishi UFJ gaben drei Prozent nach, die des Konkurrenten Sumitomo Mitsui (SMFG) rutschten um 2,7 Prozent ab. Auslöser für die Verluste war eine Analystenstudie von JP Morgan. Die Experten der Bank nahmen ihre Anlageempfehlungen für Mitsubishi UFJ um SMFG von "overweight" auf "neutral" zurück und änderten ihre Einschätzung für den Sektor von "neutral" auf "leicht bearish".

Unter Druck standen auch Aktien von exportorientierten Firmen, die von Sorgen vor einer weiteren Aufwertung des japanischen Yen belastet wurden. Der Kurs des Yen zum Dollar ist seit Mitte August von knapp 98 auf etwas mehr als 92 Yen je Dollar gefallen. "Der Yen zeigt wieder Zeichen von Stärke. Wenn der Dollar unter 92 Yen fällt, wird das große Auswirkungen haben. Diese Sorgen lasten auf den Kursen", sagte Yutaka Miura, technischer Analyst bei Mizuho Securities. Zu den Leidtragenden zählten unter anderem die Aktien der japanischen Autohersteller, die durch die Bank nachgaben.

Größter Verlierer im Nikkei war die Aktie des Informationsdienstleisters CSK, die mehr als sieben Prozent verlor. Anleger quittierten damit die Ankündigung des Unternehmens, sein Kapital um 52 Mrd. Yen (388 Mio. Euro) zu erhöhen. Auf der anderen Seite legten Papiere mit Rohstoffbezug zu, nachdem der Ölpreis am Dienstag um mehr als vier Prozent gestiegen war. Am meisten profitierte der Öl- und Gasfeldentwickler Inpex, dessen Titel fast vier Prozent zulegten.

An der Börse in Hongkong sorgte ein millionenschwerer Insiderverkauf für Gesprächsstoff. Jack Ma, Chairman von Alibaba.com, verkaufte Aktien 13 Millionen des Unternehmens im Wert von 270 Mio. Hongkong-Dollar (rund 24 Mio. Euro). Die Aktie des Betreibers von Chinas größtem Internetportal für E-Commerce, hatte sich in den vergangenen Monaten zuvor nach Angaben von Bloomberg vervierfacht. Nach dem Anteilsverkauf von Ma gab sie mehr als fünf Prozent nach.

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