Marktbericht: Börse Tokio
Nikkei legt kräftig zu

Spekulationen über Zinssenkungen in Japan und in den USA haben der Börse in Tokio satte Gewinne beschert. Besonders Finanztitel und Autowerte legten zu. Von einer Trendwende könne jedoch nicht gesprochen werden, warnten Experten.

HB TOKIO. Der 225 Werte umfassende Nikkei legte 7,7 Prozent auf 8 211 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix-Index kletterte um 5,9 Prozent auf 830 Stellen. Auch die Aktienmärkte in Hongkong und Taiwan notierten fester und folgten damit den positiven Vorgaben von der Wall Street, wo der Dow-Jones-Index am Dienstag nach einem Kursfeuerwerk rund elf Prozent gewonnen hatte. Die Märkte in Südkorea, Shanghai und Singapur lagen dagegen leicht im Minus.

Wie in den USA beflügelten auch in Asien Hoffnungen auf Zinssenkungen der Zentralbanken die Märkte. Die US-Notenbank Fed wollte am Mittwoch ihre Entscheidung über eine Zinssenkung bekanntgeben. Marktteilnehmer hofften auf eine Senkung um 50 Basispunkte. Die Bank von Japan (BOJ) werde am Freitag über einen ähnlichen Schritt beraten werden, sagte eine mit der Sache vertraute Person.

"Die Hoffnung auf eine Zinssenkung der BOJ überstrahlen alles", sagte Händler Masayoshi Okamoto von Jujiya. Sein Kollege Kazuhiro Takahashi von Daiwa SMBC blieb skeptisch. "Selbst wenn die BOJ die Zinsen senkt, ändert das nichts an den fundamentalen Daten. Der Markt ist immer noch von Angebot und Nachfrage sowie Währungsschwankungen abhängig."

In Tokio gehörten besonders Finanzwerte zu den Gewinnern. Die Titel der größten japanischen Bank Mitsubishi UFJ Financial verteuerten sich um 7,8 Prozent. Die Papiere der Rivalin Mitsui Financial legten 1,5 Prozent zu. Exportwerte profitierten vom Abschwung des Yen zum Dollar. Die Papiere von Sony, das nach Börsenschluss einen Gewinneinbruch im zweiten Quartal vermeldete, gewannen zwei Prozent.

Rivale Panasonic verbuchte einen Kursgewinn von 4,6 Prozent, Canon ein Plus von 6,9 Prozent. Auch die zuletzt schwer gebeutelten Autowerte verteuerten sich deutlich. Honda-Papiere schossen 18,1 Prozent nach oben, die Aktien des weltgrößten Autobauers Toyota gewannen 10,4 Prozent.

Der Dollar fiel zum Yen im Devisenhandel in Fernost rund ein Prozent auf 97,07 Yen. Der Euro legte zur US-Währung leicht zu auf 1,2756 Dollar. Zur japanischen Währung fiel er dagegen auf 123,55 Yen. "Risikoaversion und Zinssenkungen in Europa dürften Dollar und Yen weiter stützen", sagte Ashley Davies, Währungsanalysten von UBS.

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