Marktbericht: Europäische Aktienmärkte
Eurostoxx klettert über 2 000 Punkte

Nach den deutlichen Gewinnen an der Wall Street haben die europäischen Börsen am Freitag ihre Erholungsrally fortgesetzt und am letzten Handelstag der Woche Kursaufschläge verbucht.

dpa PARIS/LONDON. Der EuroSTOXX 50 kletterte um 2,09 Prozent auf 2.003,32 Punkte und notierte damit erstmals seit Ende Februar wieder jenseits der 2.000-Punkte-Marke. Auf Wochensicht addiert sich das Plus damit bislang auf rund zehn Prozent. In London arbeitete sich der FTSE 100 um 2,23 Prozent auf 3.794,69 Zähler vor. Für den Pariser CAC-40-Index ging es um 2,00 Prozent auf 2.748,04 Punkte aufwärts.

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao stellte unterdessen mögliche neue Konjunkturmaßnahmen in Aussicht, wenn sich die globale Wirtschaftskrise weiter verschärft. Japan will ebenfalls mit zusätzlichen Konjunkturspritzen in Milliardenhöhe aus der schwersten Rezession der Nachkriegszeit finden.

"Nach sechs Wochen fallender Kurse sehen wir derzeit so etwas wie ein kurze Bärenmarkt-Rally", sagte Stratege David Buik von BGC Partners in London. "Hoffentlich kann der Markt die Gewinne den Tag über noch halten. Marktteilnehmer werden bereits beginnen, ihre Augen auf den am Wochenende stattfindende G20-Finanzgipfel in London richten." Bei aller kurzfristigen Euphorie sollten sich die Börsianer dennoch über eine Sache im Klaren bleiben: "Die kommenden Monate werden die Hölle", fügte der Experte hinzu.

Bankentitel waren maßgeblich für die freundliche Tendenz verantwortlich. Societe Generale legten 5,55 Prozent auf 24,25 Euro zu, die Credit Suisse stieg um 8,04 Prozent auf 30,90 Schweizer Franken und Barclays sprangen um 9,04 Prozent auf 78,375 Pence an. Positive Nachrichten der Bank of America halfen den Finanztiteln auf die Sprünge. Nach Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Citigroup-Chef Vikram Pandit und dem Vorstandschef von JPMorgan äußerte sich auch der CEO von Amerikas größter Bank, Kenneth Lewis, positiv über den Jahresauftakt. Der Januar und Februar seien profitabel gewesen und die Bank werde die Rezession wohl ohne weitere Hilfe der Steuerzahler überstehen. Die Aktien der Bank of America tendierten nach einem Kurssprung um knapp 19 Prozent nachbörslich weiter sehr fest.

Der Schweizer Versicherungskonzern Swiss Life Holding teilte derweil mit, derzeit mit der deutschen Versicherungsgruppe Talanx über die Beteiligung an MLP zu verhandeln. Die Schweizer halten 24 Prozent an dem deutschen Finanzdienstleister. Offenbar will die Swiss Life ihren Anteil reduzieren. Die Aktien des Schweizer Versicherers schnellten um 11,10 Prozent auf 61,05 Schweizer Franken in die Höhe. Zuvor hatte die "Financial Times Deutschland" (FTD/Freitagausgabe) berichtet, dass die Swiss Life mit dem deutschen Versicherer über ein Bündnis spricht und dass Talanx dabei sowohl zehn Prozent an MLP als auch Swiss Life übernehmen will.

Fusionspläne zwischen Fiat und PSA Peugeot Citroen brachten Fantasie in die beiden Werte. Fiat verteuerten sich in Mailand um 3,93 Prozent auf 4,50 Euro und Peugeot kletterten in Paris um 0,96 Prozent auf 15,25 Euro. Die Zeitung "Il Sole 24 Ore" berichtet, die Investmentbank Mediobanca und eine Beratungsfirma hätten eine mögliche Fusion der beiden Konzerne ausgearbeitet. Fiat teilte allerdings bereit mit, es sei derzeit keine Fusion mit einem ausländischen Konkurrenten geplant.

Im breiter gefassten STOXX 50 gehörten zudem noch Rohstoffwerte zu den klaren Favoriten. Hoffnungen auf eine Erholung der Nachfrage aus China sorgten für steigende Metallpreise. In Großbritannien schossen Xstrata um 7,59 Prozent auf 351,00 Pence in die Höhe und BHP Billiton verzeichneten ein Kursplus von 3,59 Prozent auf 1.356,00 Pence. Rio Tinto , Anglo American und Vedanta Resources gewannen ebenfalls deutlich hinzu. Europäische Öltitel wie BP und Royal Dutch Shell stützten die Märkte ebenfalls.

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