Marktbericht
Europas Börsen leiden unter Irland und China

Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Freitag mit weiteren Verlusten in das Wochenende verabschiedet. Neben der Angst vor drohenden Zinserhöhungen in China blieben die irischen Staatsfinanzen das marktbeherrschende Thema.

HB LONDON/PARIS. Die Indizes konnten ihre anfänglichen Verluste etwas eindämmen, nachdem die Finanzminister führender Euro-Länder beim G20-Gipfel in Seoul erklärt hatten, dass für mögliche Hilfen keine privaten Gelder aufgewendet werden müssten. Die Risikoaufschläge für irische und portugiesische Staatsanleihen erholten sich daraufhin deutlich von ihrem rasanten Anstieg der vergangenen Tage.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 schloss 0,31 Prozent tiefer bei 2 822,43 Punkten und gab damit im Wochenvergleich 1,86 Prozent ab. Der Londoner Ftse 100 verlor am Freitag 0,32 Prozent auf 5 796,87 Punkte. Die stärksten Verluste gab es in Paris, wo der CAC-40 um 0,94 Prozent auf 3 831,12 Punkte abrutschte.

Sinkende Rohstoffpreise ließen den Branchenindex Stoxx Europe 600 Basic Resources um 2,36 Prozent einbrechen. Die Metall- und Ölpreise litten unter den Ängsten vor steigenden Zinsen in China, die das dortige Wirtschaftswachstum und so die globale Nachfrage nach Rohstoffen bremsen könnte, hieß es am Markt. Vor allem die britischen Minenwerte standen stark unter Druck. Kazakhmys rutschten in London um 3,42 Prozent auf 1 495 Britische Pence ab. Antofagasta , Xstrata und BHP Billiton gaben ebenfalls um mehr als zwei Prozent nach. Papiere des Ölkonzerns Total waren im Eurostoxx mit minus 3,34 Prozent der größte Verlierer. Repsol YPF verloren 1,01 Prozent.

In Paris sackten EADS-Titel nach Zahlen um 4,45 Prozent auf 18,16 Euro ab. Der Flugzeug- und Rüstungskonzern kommt trotz eines Auftragsbooms und einer erwarteten Rekordproduktion bei Airbus nicht zur Ruhe. Die Tochter rechnet nach der Triebwerks-Panne beim A380 mit Verspätungen bei der Produktion des Fliegers und bleibt zudem vorsichtig zur zweiten Neuentwicklung, dem A350. Im Sommer war bei EADS wegen der hohen Entwicklungskosten für die neuen Flugzeuge und ungünstiger Währungsgeschäfte nur ein kleiner Gewinn übrig geblieben. Das Management schraubte dennoch seine Erwartungen für das Gesamtjahr und die kommenden Jahre nach oben.

Aktie von Rolls-Royce drehten ungeachtet eines gesenkten Gewinnausblicks nach Auftaktverlusten ins Plus und gewannen am Ende satte 4,62 Prozent auf 603,26 Pence. Der Triebwerkhersteller geht wegen der jüngst massiven technischen Probleme mit seinen Motoren nun für das Gesamtjahr von einem etwas geringeren Ergebniswachstum aus als bisher. Am Markt wurde dies jedoch positiv gewertet: Die Auswirkungen seien verhältnismäßig bescheiden, urteilte ein Analyst.

Aus dem Finanzsektor bescherte ein positiver Analystenkommentar den Aktien der Royal Bank of Scotland (RBS) Gewinne von 2,17 Prozent auf 42,31 Pence. Nach Einschätzung der UBS sind die Sorgen über das Engagement der schottischen Bank in Irland und die damit verbundenen jüngsten Kursabschläge übertrieben. Durchwachsenen beurteilte Zahlen Zahlen gab es indes aus der Schweiz: Julius Bär drehten nach frühen Verlusten ins Plus und schlossen 2,57 Prozent höher bei 40,25 Schweizer Franken. Bei Analysten stießen die Eckdaten der Privatbank für die ersten zehn Monate auf ein geteiltes Echo. Die Aussagen zum Neugeldzufluss seien ermutigend, während jene zur Kostenentwicklung und zu den Bruttomargen leicht enttäuschten, hieß es.

Nach Zahlen waren Richemont im schweizerischen Leitindex SMI mit einem Plus von 4,18 Prozent der gefragteste Wert. Der Luxusgüterhersteller hatte seinen operativen Gewinn im Halbjahr fast verdoppelt und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen.

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