Marktbericht Frankfurt
Gewinnmitnahmen drücken Dax

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben nach dem Dax-Rekord der vergangenen Woche am Dienstag Kasse gemacht. Für Verstimmung sorgte ein unerwartet kräftiger Rückgang des ZEW-Konjunkturindex. Für einzelne Werte ging es jedoch bergauf.

HB FRANKFURT. Der Dax schloss 0,8 Prozent tiefer bei 8038 Punkten. Zwischenzeitlich war der Leitindex bis auf 7995 Stellen abgesackt. „Dem Markt ist nach dem Rekordflug vor dem Wochenende jetzt die Luft ausgegangen“, sagte ein Händler. „Es ist jetzt dringend an der Zeit, seine Gewinne einzustreichen.“ Der Dax hatte am Freitag ein Allzeithoch von 8151 Punkten erreicht. Der Rückgang des ZEW-Index auf 10,4 Punkte im Juli von 20,3 Punkten im Vormonat bestärkte viele Anleger in ihrer Entscheidung, Gewinne zu realisieren. „Der hohe Ölpreis und der starke Euro haben offenbar die Stimmung getrübt“, kommentierte Analyst Brian Mandt von der Postbank den ZEW-Index. „Es kann sein, dass wir den Höhepunkt der Konjunkturdynamik gesehen haben.“ Eine freundliche Eröffnung der New Yorker Wall Street brachte am deutschen Aktienmarkt keinen Stimmungsumschwung. So kletterte der Dow-Jones-Index im frühen Handel erstmals über die Marke von 14 000 Punkten.

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Für Gesprächsstoff sorgten Übernahmespekulationen um den Reisekonzern Tui. Die Tui-Aktien drehten am Nachmittag ins Plus und beendeten den Handel drei Prozent höher bei 21,16 Euro. „Angeblich will Sol Melia 7,5 Mrd. Euro für Tui bieten“, sagte ein Händler. Ein anderer Börsianer nannte ebenfalls die spanische Hotelkette als Interessenten für TUI. Nach Börsenschluss teilte Sol Melia mit, nicht an einer Übernahme von TUI interessiert zu sein. Vor den aufkommenden Übernahmespekulationen hatten Meldungen über einen wachsenden Preiskampf in der Reisebranche die Anleger zum Verkauf von TUI-Aktien bewogen.

Tui-Konkurrent Thomas Cook senkt bei seiner Hauptmarke Neckermann zum Winter die Preise für fast alle Urlaubsziele. Zu den wenigen Gewinnern unter den 30 Dax-Werten zählten mit einem Plus von 0,5 Prozent auch die Titel des Dialysespezialisten Fresenius Medical Care. Händler führten die Kursbewegung auf Erfolge des Mutterkonzerns Fresenius bei der Entwicklung eines Krebs-Antikörpers zurück. Die im Nebenwerteindex MDax enthaltenen Papiere von Fresenius kletterten um 4,8 Prozent.

Spekulationen über eine Gewinnwarnung bescherten den Papieren der Deutschen Bank zeitweise einen Kursverlust von 1,8 Prozent. „Es gibt das Gerücht, dass die Deutsche Bank wegen der US-Immobilienkrise weniger Gewinn einfahren dürfte als erwartet“, sagte ein Händler. Eine Bank-Sprecherin verwies dagegen auf Aussagen von Vorstand Hugo Bänziger. Er hatte kürzlich in einem Interview erklärt, die Bank habe bereits vor Jahren erste Anzeichen für eine Krise im US-Immobilienmarkt erkannt und sei entsprechend gerüstet. Die Aktie grenzte ihre Verluste daraufhin auf 0,9 Prozent ein. Das Schlusslicht bei den Standardwerten bildete Siemens mit einem Abschlag von 1,8 Prozent.

Gerüchte über eine Gewinnwarnung setzten zeitweise auch der Aktie des Warenhauskonzerns Arcandor gehörig zu. In der Spitze gab das Papier um rund vier Prozent nach. Erst als die ehemalige KarstadtQuelle den Spekulationen entgegentrat, beruhigte sich die Lage. Die Papiere schlossen 0,5 Prozent höher. Zu den größten Verlieren bei den MDax-Werten zählte der Immobilienkonzern Gagfah mit einem Abschlag von 3,6 Prozent. Die Analysten von Morgan Stanley rieten den Anlegern, die Aktie in ihren Depots unterzugewichten.

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