Marktbericht
Gute Stimmung an Europas Börsen

Unerwartet gute US-Wirtschaftsdaten haben am Mittwoch die Stimmung an den europäischen Börsen aufgehellt. Gefragt waren besonders Autowerte, allen voran die Aktien von Peugeot. Weniger gut entwickelten sich dagegen die Titel der Stahlbranche.

HB FRANKFURT. Der überraschende Anstieg der US-Einzelhandelsumsätze habe die Ängste vor einer Rezession in den USA, die die Märkte zuletzt stark belastet hätten, einen Dämpfer versetzt, sagten Börsianer. Europaweit zogen daraufhin die Aktienkurse an. Der Stoxx50 schaffte mit einem Aufschlag von 0,4 Prozent auf 3261 Punkte den Dreh ins Plus. Der EuroStoxx50 notierte nach anfänglichen Verlusten 0,6 Prozent höher bei 3825 Zählern.

Gefragt waren besonders Autowerte, allen voran die Aktien von Peugeot. Der französische Autokonzern hatte für das abgelaufene Jahr einen unerwartet deutlichen Anstieg des Betriebsgewinns vermeldet. Zudem steckte der zweitgrößte europäische Autobauer das Ziel für die angepeilte Gewinnmarge in diesem Jahr höher. Die Anleger reagierten erfreut auf die Nachrichten: An der Pariser Börse stiegen Peugeot -Aktien um mehr als fünf Prozent. Die Aktien von Konkurrent Renault gewannen 4,5 Prozent. Auch in Frankfurt hofften die Anleger auf gute Zahlen aus der Branche: Am Tag vor Bekanntgabe des Geschäftsergebnisses 2007 stieg die Daimler -Aktie um 2,5 Prozent und gehörte damit zu den größten Gewinnern im Dax.

Weniger gut entwickelten sich dagegen die Titel der Stahlbranche: Die Aktie von ThyssenKrupp fiel nach Vorlage der Quartalszahlen um über drei Prozent zurück, und in Amsterdam sackte das Papier von ArcelorMittal um 2,7 Prozent ab. Die Zahlen beider Stahlkonzerne hätten zwar im Rahmen der Erwartungen gelegen, sagte ein Händler. "Doch man hat auf eine positive Überraschung gehofft - bei beiden Unternehmen."

Die Finanzwerte verbuchten dagegen Kursgewinne. Der Branchenindex der Bankenwerte notierte fast zwei Prozent im Plus. Dabei hatte die Hypothekenbank Bradford & Bingley mit höher als von Experten erwarteten Abschreibungen die Stimmung getrübt. Die Aktien der Bank fielen daraufhin um über 15 Prozent. "Das ist eine weitere deutliche Erinnerung daran, dass wir trotz der guten Nachrichten vom Vortag gewiss nicht aus dem Gröbsten heraus sind und die Unsicherheit über weitere Subprime-Abschreibungen anhält", sagte Analyst Richard Hunter von Hargreaves Lansdown.

Ebenfalls unter Druck standen die Aktien des Elektrokonzerns ABB, die in Zürich nach dem überraschenden Abgang von Konzernchef Fred Kindle acht Prozent verloren. Der Manager hatte den Konzern in den vergangenen Jahren wieder auf Wachstumskurs getrimmt. "Der Abgang von Kindle ist tragisch", kommentierte ein Händler. Die Personalie überlagerte die Geschäftszahlen für das Vorjahr, die deutlich besser als von Analysten erwartet ausgefallen waren.

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