Marktbericht
Kräftiger Rückschlag für den Dax

Verluste der US-Börsen, der gestiegene Ölpreis und die Unsicherheit über die künftige Bundesregierung haben die deutschen Aktien am Mittwoch tief in die Verlustzone gedrückt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss 1,7 % im Minus auf 4875,22 Punkten, dem niedrigsten Niveau seit Anfang des Monats. Der MDax der mittelgroßen Werte gab um 1,13 % auf 6903,54 Punkte nach. Einzig der Technologie-Index TecDax stieg um 0,14 % auf 605,62 Zähler.

HB FRANKFURT. „Die Verluste spiegeln den Anstieg beim Ölpreis, die Sorgen um die US-Wirtschaft und die Unsicherheit über die politische Zukunft Deutschlands wider“, sagte ein Händler. Aktienhändler Knut Hochwald von Fairtrade Finance rechnet mit einer „Schaukelbörse, bis in Berlin eine stabile Regierung gebildet ist“. Nach Worten eines anderen Händlers verdaut der Markt zudem die US-Zinsentscheidung und den Ausblick der Währungshüter. Die Fed hatte am Vorabend wie erwartet zum elften Mal in Folge den Leitzins um 25 Basispunkte erhöht und weitere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. Viele Analysten fürchten, dass der steigende Ölpreis bei unvermindert anziehenden Zinsen der US-Wirtschaft am Ende doch den Wind aus den Segeln nehmen wird.

So bauten die US-Börsen im Anfangsgeschäft am Mittwoch ihre Verluste vom Vortag aus und zogen damit die meisten großen europäischen Länderindizes mit in die Tiefe, allerdings keinen so stark wie den Dax. „Bei uns kommen eben die hausgemachten Probleme dazu“, spielte ein Händler in Frankfurt auf die weiterhin unklare Lage in Berlin an. Auch am dritten Tag nach der Bundestagswahl ist noch nicht klar, welches Bündnis unter welchem Kanzler künftig die Bundesrepublik regieren wird.

Von den Ölterminmärkten drohte neues Ungemach, da der Preis für ein Fass (159 Liter) US-Leichtöl zeitweise um mehr als drei Prozent auf über 68 Dollar anzog und sich damit wieder dem Allzeithoch vom 30. August mit 70,85 Dollar näherte, das er nach dem Hurrikan „Katrina“ erreicht hatte. Auslöser des Preisanstiegs sind Händlern zufolge Befürchtungen, dass nur knapp vier Wochen nach „Katrina“ am kommenden Wochenende mit dem Wirbelsturm „Rita“ ein neuer schwerer Hurrikan auf den ölreichen Süden der USA treffen wird. Neben Louisiana, das noch immer unter den Folgen von „Katrina“ leidet, ist vor allem Texas mit dem Großraum Houston bedroht, wo etwa ein Fünftel der US-Ölraffineriekapazitäten angesiedelt ist. BASF stellte im texanischen Freeport bereits Mitarbeiter frei und hält auch die Stilllegung einer weiteren Großanlage für möglich. Die BASF-Aktien zählten mit einem Minus von 2,3 % zu den größten Dax-Verlierern.

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