Marktbericht New York
Bernanke beschert US-Börse eine Hausse

Hoffnungen auf ein Ende der zweijährigen Zinserhöhungsphase in den USA haben an der Wall Street am Mittwoch zu deutlichen Kursgewinnen geführt. Händler hoffen nun auf eine Zinspause der US-Notenbank Fed. Zudem gaben die starken Quartalszahlen der Banken den Märkten Auftrieb.

HB NEW YORK. Auslöser war eine Aussage des US-Notenbank-Chefs Ben Bernanke, derzufolge er mit einem Rückgang der Kerninflationsrate rechnet. Händler sahen darin Anzeichen für eine Zinspause der US-Notenbank (Fed).

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss knapp zwei Prozent fester bei 11 011 Punkte. Er hatte sich im Handelsverlauf zwischen 10 797 und 11 038 Zählern bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte um 1,9 Prozent auf 1259 Zähler zu. Der Technologie-Index Nasdaq-Composite gewann 1,8 Prozent auf 2080 Stellen. Auf den Technologietiteln lastete jedoch der enttäuschende Ausblick des Internetkonzerns Yahoo.

Bernanke warnte am Mittwoch, eine dauerhaft hohe Inflation könne der US-Wirtschaft empfindlich schaden. Allerdings rechne er in der Kernrate, also ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise, in den kommenden Quartalen mit einem Inflationsrückgang. "Bernankes Aussagen deuten daraufhin, dass die Fed wirklich allmählich zum Ende ihres Zinserhöhungszyklus kommt. Das ist mehr als genug, um den Aktien einen Schub nach oben zu geben", sagte Jason Schenker von Wachovia. Banken-Titel gewannen, nachdem führende US-Finanzinstitute beim Gewinn deutlich zulegen konnten. Die Nummer zwei der Branche, die Bank of America steigerte ihren Nettogewinn im zweiten Quartal um knapp ein Fünftel auf rund 5,5 Mrd. Dollar. Die Aktien notierten über drei Prozent höher bei 49,95 Dollar. Das drittgrößte US-Geldhaus, J.P. Morgan Chase, erfreute Anleger sogar mit einer Verdreifachung des Gewinns. Das hob die Aktie rund 5,8 Prozent auf 42,05 Dollar.

Papiere des Computer-Dienstleisters IBM legten um 2,4 Prozent auf 76,07 Dollar zu. Auslöser für den Kursanstieg war ein überraschend hohes Quartalsergebnis sowie ein solider Ausblick für das gesamte Jahr. "Technologie-Papiere stehen unter enormen Druck und die Nachrichten von IBM sind eine willkommene Erleichterung in der bislang eher schwierigen Berichtssaison", sagte Herb Kurlan von Vtrader Pro.

Kursgewinne verzeichneten auch die Papiere des weltweit größten Einzelhändlers Wal-Mart. Ein Gericht in Maryland entschied am Mittwoch, dass die Supermarktkette in dem US-Bundesstaat nicht verpflichtet sei, seinen Angestellten eine Krankenversicherung zu bieten. Anleger sahen darin einen Kostenvorteil für Wal-Mart, die Aktien legten um 2,4 Prozent auf 44,20 Dollar zu.

Yahoo verschreckte dagegen Investoren mit einem unerwartet niedrigen Umsatzausblick und Verzögerungen bei seiner neuen Werbeplattform. Mehrere Analysten setzten daraufhin ihr Rating für das Unternehmen herunter. Die Aktie verlor mehr als ein Fünftel seines Wertes und notierte bei 25,20 Dollar.

Analysten zufolge drückte die Entwicklung im Nahen Osten weiterhin auf die Stimmung im Markt. Sie fürchteten, eine Zuspitzung der Gewalt könnte den Ölpreis nach oben treiben. Krisenvermittler der Vereinten Nationen forderten die Staatengemeinschaft derweil zur schnellen Aufstellung einer multinationalen Truppe auf, um dem Konflikt bald zu beenden. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,87 Mrd. Aktien den Besitzer. 2924 Werte legten zu, 459 gaben nach und 108 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,35 Mrd. Aktien 2335 im Plus, 695 im Minus und 109 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 19/32 auf 100-16/32. Sie rentierten mit 5,059 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 29/32 auf 90-26/32 und hatten eine Rendite von 5,104 Prozent.

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