Marktbericht New York
US-Börsen im Fusionsfieber

Getrieben von Fusionsnachrichten haben die US-Börsen vor dem Pfingstwochenende Kursgewinne verzeichnet. Fusionieren will dieses Mal die Börse selbst, genauer gesagt die New Yorker Technologiebörse Nasdaq. Enttäuschende Konjunkturdaten taten dem Enthusiasmus keinen Abbruch, auch wenn der Handel vor dem verlängerten Wochenende insgesamt eher ruhig war.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,49 Prozent auf 13 507 Punkte zu. Im Handelsverlauf hatte er sich zwischen 13 440 und 13 516 Punkten bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann im Verlauf 0,55 Prozent auf 1515 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte um 0,76 Prozent höher bei 2557 Punkten. Mit Blick auf die ganze Woche gaben die Indizes erstmals seit zwei Monaten nach. Der Dow Jones verlor 0,36 Prozent, der S&P 0,46 Prozent und der Nasdaq 0,05 Prozent.

„Das Übernahmegeschäft vor dem langen Wochenende war überraschend aktiv, mit der Veröffentlichung von gleich ein paar Fusionen - das stützt den Markt“, sagte Analyst Owen Fitzpatrick von Deutsche Bank Private Wealth Management in New York. Die Nasdaq hatte angekündigt, OMX für umgerechnet 2,73 Mrd. Euro übernehmen zu wollen. Damit würde nach dem Zusammenschluss der New York Stock Exchange (Nyse) mit der Europabörse Euronext die zweite transatlantische Börsenorganisation entstehen. Nasdaq-Aktien zählten indes zu den Verlierern an der Wall Street, das Papier gab um 3,35 Prozent nach. Dabei dürfte sich eine Analysteneinschätzung ausgewirkt haben: Moody's Investors Service senkte seinen Rating-Ausblick auf negativ von stabil. Die Aktie eines anderen Börsenbetreibers, IntercontinentalExchange, profitierte hingegen von der Aufmerksamkeit auf dem Sektor. Das Papier lag knapp zwei Prozent im Plus.

Die Anteilscheine von Coca-Cola gewannen 1,27 Prozent. Der US-Getränkekonzern will den indischen Vitamin-Getränkehersteller Glaceau für 4,1 Mrd. Dollar kaufen, wie Coca-Cola vor Börsenbeginn mitteilte.

Auch die Aktien des Internet-Konzerns Google legten zu, und zwar um 1,94 Prozent. Das Unternehmen verteidigte nach einer Anfrage von EU-Datenschützern seine Speicherung von Nutzerdaten. Der zuständige Experte des Internet-Konzerns, Peter Fleischer, sagte am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters, die Daten würden aus Sicherheitsgründen und zur Verbesserung der Suchen benötigt.

Mit die größten Gewinne im Technologieindex verzeichnete das Papier des Computerherstellers Apple mit einem Plus von 2,65 Prozent. Die Aktie profitierte von einem positiven Analystenkommentar. Kaum bremsend wirkten die am Nachmittag veröffentlichten Daten aus der Immobilienbranche. Die Verkäufe bereits bestehender Häuser waren im vergangenen Monat auf den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren gesunken. „Die Leute haben das erwartet“, sagte Analyst Fitzpatrick dazu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,23 Mrd. Aktien den Besitzer. 2302 Werte legten zu, 979 gaben nach und 150 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,5 Mrd. Aktien 1956 im Plus, 1048 im Minus und 136 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 5/32 auf 97-4/32. Sie rentierten mit 4,867 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben um 6/32 nach auf 96-1/32 und hatten eine Rendite von 5,007 Prozent.

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