Marktbericht New York
US-Börsen schließen im Minus

Schlechte Stimmung an der Wall Street: Die US-Börsen mussten am Mittwoch deutliche Verluste hinnehmen. Erstmals seit März unterschritt der Dow Jones dabei im Tagesverlauf die Marke von 12 000 Punkten und schloss nur knapp darüber. Insbesondere Nachrichten aus dem Finanzsektor drückten abermals die Stimmung.

HB NEW YORK. Sorgen um den Zustand der Wirtschaft im Allgemeinen und den Finanzsektor im Besonderen haben die US-Börsen am Mittwoch im Minus schließen lassen. Der KBW-Bankenindex fiel auf den tiefsten Stand seit fünfeinhalb Jahren. Die Bekanntgabe einer milliardenschweren Kapitalerhöhung bei der US-Bank Fifth Third Bancorp drückten auf die Stimmung. Außerdem belastete ein schwacher Geschäftsausblick des Deutsche-Post-Konkurrenten Fedex.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss über ein Prozent schwächer bei 12 029 Punkten. Das Marktbarometer bewegte sich im Tagesverlauf zwischen 11 993 und 12 158 Stellen und unterschritt damit erstmals seit März die 12 000-Marke. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab knapp ein Prozent nach auf 1337 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss 1,1 Prozent im Minus auf 2429 Punkten.

Im Fokus der Anleger lagen die Finanzwerte: Schwer wurde die Aktie von Fifth Third Bancorp getroffen, die nach Ankündigung einer Kapitalerhöhung mit einem Minus von über 27 Prozent aus dem Handel ging. Das im Zuge der Kreditkrise mit Abschreibungen kämpfende Institut will zudem die Dividende deutlich senken.

Auch weitere Finanzwerte wie Lehman Brothers mussten Federn lassen. Die Lehman-Aktie verlor 1,4 Prozent. Der Chef der wegen der Finanzkrise unter Druck geratenen Investmentbank erwägt laut einem Bericht des Senders CNBC einen Verkauf des eigenen Geldhauses, was aus Kreisen der Bank aber dementiert wurde. Am Montag hatte Lehman für das abgelaufene Quartal einen Verlust von 2,8 Mrd. Dollar gemeldet und eine milliardenschwere Kapitalerhöhung auf den Weg gebracht. Der Banken-Index KBW fiel im Handelsverlauf um zwei Prozent auf den tiefsten Stand seit Oktober 2002.

Der Banken-Index KBW fiel im Handelsverlauf um zwei Prozent auf den tiefsten Stand seit Oktober 2002 und ging gar mit einem Minus von 2,9 Prozent aus dem Handel.

Auch die Prognose von Fedex löste in New York Verkäufe aus. Konzernchef Frederick Smith erklärte bei der Vorstellung der Quartalszahlen, der Rekord-Ölpreis und die schwache Konjunktur belasteten das Wachstum des Paketzustellers. Zugleich gab er für 2009 einen verhaltenen Ausblick. Die Fedex-Aktie sackte über zwei Prozent ab. Die Papiere des Rivalen UPS fielen gar um 2,3 Prozent. Die Menschen machten sich derzeit generell um das Finanzsystem und die Wirtschaft Sorgen, sagte Jim Awad von W.P. Stewart Asset Management.

Zu den Gewinnern gehörte am Mittwoch der US-Flugzeugbauer Boeing. Die Aktie des Konzerns legte kurzzeitig zwei Prozent zu und schloss mit einem Plus von 0,4 Prozent, nachdem sich die US-Rechenschaftsbehörde GAO im Tankerstreit zwischen EADS und Boeing für ein neues Gebotsverfahren ausgesprochen hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,28 Mrd. Aktien den Besitzer. 852 Werte legten zu, 2244 gaben nach und 100 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,04 Mrd. Aktien 790 im Plus, 2050 im Minus und 130 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 13/32 auf 97-26/32. Sie rentierten mit 4,146 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 19/32 auf 94-14/32 und hatten eine Rendite von 4,724 Prozent.

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