Marktbericht New York
Wall Street um Konsumfreude der Amerikaner besorgt

Nach überraschend schwachen Einzelhandelsdaten für April haben die US-Börsen am Donnerstag kräftige Kursverluste verzeichnet.

HB NEW YORK. Die Verkaufszahlen von Wal-Mart und anderen Branchengrößen lösten am Markt Befürchtungen aus, dass die Konsumfreude der US-Verbraucher abnehmen könnte. Negativ wirkte sich zudem aus, dass das Außenhandelsdefizit der USA im März unerwartet stark gestiegen ist. Der Fehlbetrag weiterte sich wegen des höheren Ölpreises auf knapp 64 Milliarden Dollar aus.

Der Dow-Jones-Index schloss um 1,11 Prozent im Minus bei 13.215 Zählern. Im Handelsverlauf hatte er sich zwischen 13.359 und 13.210 Punkten bewegt. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 1,65 Prozent auf 2533 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500-Index sank um 1,4 Prozent auf 1491 Zähler.

Die Geschäfte der Einzelhändler fielen im April besonders schlecht aus. Die Erwartungen für die Verkaufszahlen für April waren wegen des schlechten Wetters und des frühen Zeitpunkts für Ostern ohnehin gering - viele Unternehmen hatten die Erwartungen aber noch unterboten. "Es sieht so aus, als ob die Investoren Angst hätten, dass die Stütze der Wirtschaft ins Schwanken gekommen ist", sagte Jack Ablin von Harris Private Bank.

Vor dem Hintergrund eines möglicherweise schwächeren Wachstums bestehe die Gefahr, dass die US-Notenbank Fed ihre Zinsen zu spät senke, sagte Hugh Johnson von Johnson Illington Advisors. Die Notenbanker hatten bei ihrer Zinsentscheidung am Mittwoch die Inflation als hohes Risiko bezeichnet und damit eine rasche Zinssenkung unwahrscheinlich gemacht.

Zu den Verlierern gehörten etwa die Aktien der Naturkostkette Whole Foods Market mit einem Minus von 10,15 Prozent auf 41,15 Dollar. Das Unternehmen hatte am Mittwoch nach Börsenschluss einen geringeren Gewinn als erwartet vorgelegt. Wal-Mart-Aktien gaben 0,38 Prozent nach auf 47,75 Dollar.

Auch die Papiere des US-Medienkonzerns Viacom gehörten zu den Verlierern und gaben 1,33 Prozent auf 41,49 Dollar nach. Das Unternehmen hatte im ersten Quartal wegen Restrukturierungskosten einen Gewinneinbruch von 36 Prozent verzeichnet. Die Aktien des Schokoladeherstellers Hersheys verloren 3,75 Prozent auf 52,93 Dollar. Das Unternehmen hat seine Prognose für 2007 gesenkt und dies mit höheren Ausgaben für Milch begründet.

An der New York Stock Exchange wechselten etwa 1,54 Milliarden Aktien den Besitzer. 735 Werte legten zu, 2585 gaben nach und 113 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,25 Milliarden Aktien 652 im Plus, 2382 im Minus und 107 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 7/32 auf 98-27/32. Sie rentierten mit 4,644 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 7/32 auf 98-25/32 und hatten eine Rendite von 4,826 Prozent.

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