Marktbericht Tokio
Schwacher Dollar drückt Tokios Börse auf Zweieinhalbjahrestief

Der drastische Dollarverfall zum Yen hat die Börse in Tokio zum Wochenschluss auf den tiefsten Stand seit über zweieinhalb Jahren gedrückt. Zum ersten Mal seit 1995 fiel der Dollar in Tokio unter die 100-Yen-Marke.

HB HONGKONG. Der schwache Dollar hat am Freitag in Fernost Exportwerte belastet und die Börsen ins Minus gezogen. In Tokio verbuchten nach einem Bericht über Schwächen am Wohnungsmarkt zudem die Aktien von Immobilienunternehmen Verluste.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,5 Prozent tiefer bei 12 241 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,9 Prozent auf 1193 Zähler. Auch die Börsen in Taiwan, Singapur, Südkorea, Hongkong und Shanghai lagen klar im Minus.

Der Dollar notierte zur japanischen Währung bei 100,35 Yen nach 100,65 Yen am Vorabend. Im Laufe des Donnerstags war er bis auf 99,77 Yen abgerutscht und damit auf den niedrigsten Stand seit Ende 1995. "Papiere von Firmen wie Toyota wurden heute verkauft, nachdem der Dollar gegen den Yen nachgegeben hat", sagte Yutaka Miura von Shinko Securities. Die Aktie des Autoherstellers verlor drei Prozent, die Papiere des Konkurrenten Honda beendeten den Handel mit einem Minus von 4,4 Prozent.

Belastet wurde die Tokioter Börse zudem durch einen Branchenbericht, demzufolge im Februar 28 Prozent weniger neugebaute Wohnungen zum Verkauf standen als im Vorjahreszeitraum. Die Papiere von Immobilienunternehmen wie etwa Sumitomo Realty & Development und Daiwa House Industry gaben daraufhin mehr als fünf Prozent ab.

Der Euro hielt sich am Freitag im fernöstlichen Devisenhandel über der tags zuvor erstmals durchbrochenen Marke von 1,56 Dollar. Die Gemeinschaftswährung kostete am Morgen 1,5616 Dollar, nachdem er ein Rekordhoch von 1,5646 Dollar im Handelsverlauf erreicht hatte.

Am Vorabend hatten die US-Börsen Gewinne verbucht. Die Einschätzung der Ratingagentur S&P, wonach für Großbanken ein Ende der Abschreibungen im Zuge der Hypotheken-Krise in Sicht ist, sorgte vor allem bei Finanztiteln für eine Erholung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewann bis zum Handelsschluss 0,29 Prozent auf 12 146 Punkte hinzu. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,51 Prozent auf 1315 Zähler, der Technologie-Index Nasdaq schloss 0,88 Prozent höher bei 2264 Punkten.

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