Marktbericht Tokio und Asien
Autowerte belasten Asien-Börsen

Trotz leichter Gewinne am chinesischen Aktienmarkt haben die meisten asiatischen Börsen am Freitag weiter nachgegeben. Die Investoren trauen der Ruhe in China nicht, nachdem es zuletzt mehrfach heftige Kursrücksetzer gab. In Japan drückten zudem Verluste bei Autoaktien und Technologietiteln auf die Stimmung.

HB TOKIO. Sorgen um die weltweite Konjunktur und das bevorstehende Ende der US-Abwrackprämie haben am Freitag die Börsen in Asien belastet. In Japan gerieten besonders Auto- und Technologietitel unter Druck. Zudem behielten die Investoren ein skeptisches Auge auf die Entwicklung am chinesischen Aktienmarkt, der nach einer optimistischen Wachstumsprognose einer Regierungskommission allerdings ins Plus drehte. Gefragt waren Aktien von Fujitsu, der seine Prognose nach einem Anteilsverkauf anhob.

In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,4 Prozent auf 10 238 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,2 Prozent auf 947 Zähler nach. Auch die Aktienmärkte in Hongkong, Taiwan und Singapur notierten schwächer. Die Börse in Shanghai drehte dagegen nach anfänglichen Verlusten ins Plus und notierte kurz vor Handelsschluss ein Prozent fester. Die Aktienmärkte in Südkorea legten ebenfalls zu. Am Vorabend gewann der Dow Jones in den USA 0,8 Prozent.

In Asien waren die Blicke weiter auf den chinesischen Markt gerichtet, der in den vergangenen zwei Wochen rund 15 Prozent eingebrochen war. Trotz eines Kurssprungs von 4,5 Prozent am Donnerstag herrsche weiter Unsicherheit, sagte Analyst Zhou Lin. "Die Stimmung der Anleger bleibt trotz der gestrigen Erholung angespannt." Die Börsianer würden die Marktentwicklung sowie die ökonomischen Rahmendaten Chinas weiter im Blick behalten. Positiv aufgenommen wurde die Prognose einer Expertenkommission der chinesischen Regierung, die im dritten Quartal mit einem Wachstum von rund 8,5 Prozent in der Volksrepublik rechnet.

In Japan drückte ein Kurssturz bei Autotiteln auf die Stimmung. Grund war die Ankündigung des US-Verkehrsministeriums, dass die amerikanische Version der Abwrackprämie bereits am Montag aufgebraucht sein wird. Die Papiere des weltgrößten Autobauers Toyota verloren daraufhin 2,9 Prozent, die von Honda 4,1 Prozent und die von Nissan 2,9 Prozent. "Japans Autobauer sind zweifellos stark vom US-Markt abhängig - mehr als beispielsweise Hersteller aus Korea", sagte Analyst Yutaka Miura. Auch Aktien anderer exportabhängiger Unternehmen gerieten nach den durchwachsenen US-Konjunkturdaten vom Vorabend unter Druck. Die Papiere der Elektronikkonzerne Canon und Sony verloren jeweils gut ein Prozent.

Gefragt waren dagegen die Titel des IT-Dienstleisters Fujitsu, die ein Prozent zulegten. Der Konzern erklärte am Freitag, seinen Anteil von fünf Prozent am Roboter-Hersteller Fanuc für umgerechnet 668 Mio. Euro verkauft zu haben. "Fujitsu kann mit dem Geld die Kosten der Umstrukturierung abdecken und im Ausland sein Geschäft mit Systemintegration stärken", sagte Analyst Yukihiko Shimada. Japans größter IT-Dienstleister vervierfachte zudem seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr auf umgerechnet 713 Mio. Euro. Die Aktien von Fanuc fielen um 1,7 Prozent.

Der Dollar geriet angesichts der durchwachsenen US-Konjunkturdaten im fernöstlichen Devisenhandel unter Druck. Viele Händler griffen beim Yen zu, der in Zeiten der Wirtschaftskrise als sicherer Hafen gilt. Der Greenback notierte bei 93,74 Yen nach 94,16 Yen im späten US-Handel. Der Euro notierte wenig verändert bei 1,4232 Dollar.

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