Marktschlussbericht: Börse Frankfurt
Abschreibungs-Ängste: Bankaktien belasten den Dax

Aus Furcht vor weiteren Milliardenabschreibungen auf faule Wertpapiere haben sich die Anleger zum Wochenauftakt erneut von Finanzwerten getrennt. In deren Sog rutschte der Dax um mehr als zwei Prozent ab, zum Schluss notierte er 1,5 Prozent schwächer bei 4 271 Punkten.

HB FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit Verlusten in die neue Börsenwoche gestartet. „Lustlose Verkäufer und schlechte Vorgaben von den Börsen aus Asien und den USA drücken den Dax ins Minus“, sagte ein Aktienhändler. Der Index schloss mit minus 1,55 Prozent auf 4 271 Zählern. Der MDax verlor 1,02 Prozent auf 5 046 Punkte und der TecDax gab um 3,47 Prozent auf 468 Zähler nach.

"Sowohl in den USA als auch in Deutschland scheint das Thema 'Bad Bank' vom Tisch", sagte ein Börsianer. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich am Wochenende gegen die Einrichtung eines zentralen staatlichen Institutes, in das die Banken ihre Risikopapiere abschieben können, ausgesprochen. In den USA kommen dem TV-Sender MSNBC zufolge die Überlegungen wegen Unstimmigkeiten über die Arbeitsweise einer solchen Institution nicht voran. Nach Veröffentlichung des Berichts am Freitag waren die US-Finanzwerte bereits eingebrochen.

Skeptisch zeigten sich die Börsianer gegenüber den Plänen der Finanzinstitute, eine oder mehrere eigene "Bad Banks" zu schaffen. "Ohne den Staat im Rücken bringt das den Banken keine Erleichterung", sagte der Händler. Darüber hinaus lasteten anderen Börsianern zufolge die Schließung dreier weiterer regionaler US-Banken sowie vage Gerüchte um zusätzlichen Finanzbedarf des strauchelnden US-Versicherers AIG auf der Stimmung.

Besonders deutlich gaben demzufolge die Bankaktien nach. Die Aktien der Deutschen Bank fielen um 6,55 Prozent auf 19,345 Euro. Die Titel der Postbank verloren 4,78 Prozent auf 8,97 Euro. Commerzbank sanken um 5,77 Prozent auf 3,35 Euro.

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Als schwächster DAX-Wert gingen allerdings die Titel von MAN aus dem Handel. Sie verloren 6,80 Prozent auf 31,80 Euro. Händler verwiesen auf die bevorstehende Veröffentlichung von Zahlen des Wettbewerbers Scania an diesem Dienstag. „Da wird nichts Gutes erwartet“, sagte ein Händler. „Einige Investoren dürften deshalb vorher die Aktien der LKW-Hersteller verkaufen“. Ein anderer Händler verwies auf „Nachwirkungen“ eines negativen Analystenkommentars in der Vorwoche. Morgan Stanley hatte das Kursziel für MAN von 39 auf 32 Euro gesenkt.

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