Marktschlussbericht Börse Frankfurt
Dax stürzt rund vier Prozent ab

Nach schlechten Daten vom US-Arbeitsmarkt hat der Dax am Nachmittag seine Talfahrt beschleunigt - und erst kurz vor der 4 700-Punkte-Marke gestoppt. Größter Dax-Verlierer waren Volkswagen-Stammaktien mit einem Minus rund acht Prozent. Nur ein einziger Titel verteidigte ein kleines Plus.

HB FRANKFURT. Eine weitere Verschärfung der Krise am US-Arbeitsmarkt hat den Dax am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Der US-Stellenabbau hat sich im Juni deutlich stärker beschleunigt als erwartet. An der Wall Street gingen die wichtigsten Indizes daraufhin auf Talfahrt und zogen auch die deutschen Indizes mit in die Tiefe. Händlern zufolge dämpfte die Nachricht Hoffnungen, wonach die Rezession schnell zu Ende gehen könnte.

Der Leitindex schloss 3,8 Prozent oder 187 Punkte schwächer bei 4 718 Zählern. Der MDax sank um 1,98 Prozent auf 5 762 Punkte. Der TecDax gab um 1,80 Prozent auf 623 Zähler nach. "Die insgeheimen Hoffnungen, dass sich die Erholung der Frühindikatoren auch am Arbeitsmarkt positiv bemerkbar machen könnte, haben sich nicht erfüllt", sagte Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba. "Und wenn der Arbeitsmarkt nicht läuft, darf man sich auch fragen, was das für das Konsumverhalten bedeutet." Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade äußerte sich ähnlich: „Mit der starken Zunahme an Arbeitslosen kann sich auch sehr schnell wieder das Konsumklima verdunkeln. Gerade zyklische Aktien, wie Stahlwerte wurden heute abgestoßen. Mit einer schnellen Belebung des US-Arbeitsmarktes kann man nicht rechnen. Das zweite Quartal gehört traditionell nicht zu den stärksten; das erste und vierte Quartal sind jeweils die stärksten Abschnitte im Geschäftsjahr. Es könnte demnach sein, dass der Aufschwung erst gegen Ende 2009 Anfang 2010 spürbar wird. Dann wären die bisherigen Aktienkäufe noch etwas zu früh gewesen.“

Autobranche kämpft mit neuen alten Problemen

Bereits vor den US-Daten hatten Aktien der mit anhaltenden Absatzproblemen in den USA kämpfenden Autohersteller den Dax belastet. Während in Deutschland die Abwrackprämie die Verkaufszahlen in die Höhe trieb, brachen sie in den USA abermals massiv ein. „Die Hoffnungen, dass sich das Gesamtbild verbessert, sind damit dahin“, sagte Analyst Heino Ruland von Ruland Research.

Auch die Experten der Credit Suisse sehen die Entwicklung im europäischen Autosektor wieder skeptischer und stuften ihn auf „Market Weight“ von „Overweight“ herunter. „Obwohl Aktien aus dem Sektor historisch betrachtet relativ günstig bleiben, sehen wir steigende Risiken für die Cash Flows im ersten Halbjahr 2010, wenn die Unterstützung für Preise und Volumen aus den Abwrackprämien wegfällt“, heißt es in der Studie. Der europäische Branchenindex büßte 5,2 Prozent ein. Daimler-Papiere verloren 5,5 Prozent auf 25,335 Euro.

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