Marktschlussbericht Frankfurt
Dax schließt fest nach Rettungsaktion am US-Hypothekenmarkt

Die Verstaatlichung der angeschlagenen US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac hat dem Dax am Montag neues Leben eingehaucht. Der Leitindex schoss um 2,2 Prozent in die Höhe auf 6 263 Punkte.

HB FRANKFURT. Die Entscheidung der US-Regierung komme dem weltweiten Finanzsystem zugute, sagten Analysten. „Man musste befürchten, dass die beiden zusammenbrechen. Das hätte einen Domino-Effekt ausgelöst, den sich die USA nicht hätten leisten können“, erklärte LBBW-Analyst Olaf Kayser. Viele Börsianer blieben aber skeptisch. „Letztendlich zeigt der Eingriff, wie schlecht es um die US-Wirtschaft bestellt ist“, warnte einer. „Die Krise ist noch lange nicht vorüber“, sagte ein Händler.

Auch an den übrigen europäischen Börsenplätzen und an der Wall Street zogen die Kurse deutlich an. Gekauft wurden vor allem Aktien von Banken und Versicherern, der europäische Branchen-Index der Bankwerte kletterte um 6,7 Prozent. Mit Erleichterung wurde vor allem die Sicherung der von Fannie Mae und Freddie Mac aufgelegten Anleihen registriert. „Sie haben viele Bonds ausgegeben, die bei Banken und Versicherern liegen und im Fall eines Zusammenbruchs wertlos geworden wären. Das hat man erst mal gestoppt“, erklärte LBBW-Analyst Kayser.

In New York blieben die Anleger allerdings nervös. Spekulationen über weitere Abschreibungen drückten den Kurs von Lehman um über zehn Prozent. Die Titel von Washington Mutual fielen um 14,7 Prozent. Die größte US-Sparkasse, die durch die Immobilienkrise ebenfalls ins Schlingern geraten ist, hatte ihren Chef ausgetauscht. Der Dow-Jones-Index notierte zum Handelsschluss in Europa 1,6 Prozent höher.

Größter Dax-Gewinner waren die Aktien der Deutschen Bank mit einem Kurssprung von sechs Prozent auf 69,175 Euro. Auch Allianz, Münchener Rück, Deutsche Börse und Hypo Real Estate zogen um bis zu gut vier Prozent an. Die Aktien der Commerzbank stiegen um zwei Prozent. „Die haben sich für ihre Kapitalerhöhung einen exzellent glücklichen Tag ausgesucht“, sagte ein Händler. Die Bank, die mit der Ausgabe von neuen Aktien die Finanzierung der fast zehn Mrd. Euro teuren Übernahme der Dresdner Bank sicherte, nahm über eine Milliarde Euro ein. Die Nachfrage war sehr hoch, so dass die Titel zu einem Preis von 17 Euro - am oberen Ende der Preisspanne - platziert wurden.

Die Aktien der Postbank zogen um 1,3 Prozent an, weniger stark als die übrigen Finanzwerte. Einem Zeitungsbericht zufolge erwägt die Deutsche Bank, nur einen Minderheitsanteil zu übernehmen.

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