Marktschlussbericht New York
US-Börse: Die Krise erfasst die Tech-Werte

Sorgen über die Auswirkungen der Kreditkrise auf die Gesamtwirtschaft haben die US-Börsen am Donnerstag erneut ins Minus gezogen. Der Netzwerkhersteller Cisco hatte gemeldet, dass seine Auftragslage unter den Hypothekenproblemen in den USA leide. Zudem warnte Notenbankchef Ben Bernanke vor einer Verlangsamung des Wachstums und einem Anstieg der Inflation.

HB NEW YORK. Bereits am Mittwoch hatten die Märkte schwächer tendiert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent niedriger bei 13 266 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er zwischen 13 079 und 13 354 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,1 Prozent auf 1 475 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging mit einem Minus von 1,9 Prozent bei 2 696 Stellen aus dem Handel, nachdem er zeitweise bis zu 3,7 Prozent verloren hatte.

„Es geht alles um Cisco“, sagte Marktstratege Steve Goldman von Weeden & Co. Das Unternehmen habe sich trotz der Abwärtstendenzen an der Börse gut geschlagen, aber auch die Belastbarkeit von solch großen Konzernen sei begrenzt. Der Kurs der Cisco-Aktie fiel um 9,5 Prozent auf 29,63 Dollar. Der Netzwerkausrüster hatte zwar am Mittwochabend solide Zahlen vorgelegt, sprach jedoch von „dramatischen Rückgängen“ bei den Aufträgen von US-Finanzinstituten - eine Folge der Kreditkrise. Einige Investoren waren zudem enttäuscht, dass der Konzern seinen Jahresausblick nicht anhob.

Die Kreditmarktkrise machte auch dem weltgrößten Versicherer AIG zu schaffen: Der US-Konzern erlitt im abgelaufenen Quartal einen Gewinnrückgang und verschreckte damit die Anleger. Seine Aktien sanken deshalb um 3,5 Prozent auf 56 Dollar. Merrill-Lynch-Papiere verbilligten sich nach der Enthüllung weiterer Milliarden-Engagements in Immobilien-Papieren um 0,4 Prozent auf 53,79 Dollar. Die Aktien von Morgan Stanley dagegen notierten nach den starken Verlusten am Vortag trotz Milliardenabschreibungen 4,9 Prozent höher bei 53,68 Dollar.

Das Übernahmeangebot des australischen Bergbaugiganten BHP Billiton an seinen Rivalen Rio Tinto stützte die Märkte. BHP will in der bisher zweitgrößten Fusion einen Konzern im Wert von mehr als 350 Mrd. Dollar schaffen. Rio Tinto lehnt die Offerte zwar als zu niedrig ab, aber BHP will nicht aufgeben. Von der potenziellen Mega-Fusion profitierten etwa die Titel des Aluminiumherstellers Alcoa, die um 0,7 Prozent auf 37,66 Dollar zulegten.

Die Papiere von Ford verteuerten sich um 2,9 Prozent auf 8,48 Dollar. Der zweitgrößte US-Autobauer hatte zuvor überraschend gute Geschäftszahlen vorgelegt. Ohne Sonderaufwendungen hätte es Ford fast in die Gewinnzone geschafft - Analysten hatten hier mit einem hohen Verlust gerechnet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,19 Mrd. Aktien den Besitzer. 1578 Werte legten zu, 1712 gaben nach und 75 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 3,45 Mrd. Aktien 1368 im Plus, 1612 im Minus und 88 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 7/32 auf 99-19/32. Sie rentierten mit 4,298 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen 19/32 auf 105-1/32 und hatten eine Rendite von 4,683 Prozent.

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