Nach Milliardenverlusten
Dax erwacht zum „goldenen” Oktober

Der Dax ist in diesem Monat um rund sechs Prozent geklettert. Nach den Milliarden-Kursverlusten der vergangenen Monate atmen die Anleger erstmal durch. Für Zuversicht sorgt der großzügige Mario Draghi.

FrankfurtFür die Dax-Anleger war das Jahr bislang eine Achterbahnfahrt. Erst kam die Rally, dann Milliardenverlusten. Bis zu 341 Milliarden Euro haben deutsche Aktien seit Januar an Wert verloren. Doch nun sieht es so aus, als sei die Wende in Sicht. Der Dax ist im Oktober um sechs Prozent geklettert und wird wohl den Stoxx Europe 600 Index erstmals seit Juni schlagen. Aktien, die während des Kurseinbruchs am stärksten gelitten haben, erholen sich und Investoren kaufen nun eifrig Werte, die im Vergleich zum breiteren Markt nahe Rekordtiefs notieren.

„Die Märkte sind reif für eine technische Erholung”, sagt Bernd Ondruch, geschäftsführender Partner bei Astellon Capital Partners in London. „Sobald Wachstumsangst auftaucht, ist es nur natürlich, dass Deutschland sich in diesem Zeitraum unterdurchschnittlich entwickelt. Aber sobald die Trendwende gekommen ist, entwickelt es sich besser. Das hat deutsche Aktien attraktiver erscheinen lassen.”

Für die Kurseinbrüche der vergangenen Monaten waren zwei Dinge entscheidend verantwortlich: China und VW. Deutschland ist der größte Handelspartner von China in Europa, und das Land erlebte im vergangenen Quartal einen Einbruch des Aktienmarktes um zwölf Prozent. Es griff die Besorgnis über eine Abschwächung in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft um sich. Mit dem Dieselgate-Skandal kam der zweite Paukenschlag für die Anleger. Das drückte die Bewertung des Dax auf das 13,3- fache des geschätzten Gewinns seiner Mitglieder, 16 Prozent unter dem Wert für den Stoxx 600.

Zwar haben Strategen ihre Jahresendziele für die deutsche Benchmark gesenkt, sie gehen aber nach wie vor davon aus, dass der Dax bis Ende Dezember sich um weitere 4,6 Prozent erholt. Der Grund ist die großzügige Hand Mario Draghis: Die Stützungsmaßnahmen der Europäischen Zentralbank werden helfen, das Wirtschaftswachstum des Landes in diesem Jahr auf 1,6 Prozent und im nächsten Jahr auf 1,8 Prozent zu steigern, lautet die Medianprognose von Ökonomen laut Bloomberg-Daten.

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Energieversorger werden zu Rally-Papieren

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