Ölpreis bringt dem Dow späten Auftrieb
Wall Street geht freundlich ins Wochenende

Der sinkende Ölpreis hat die US-Börsen am Freitag im späten Handel angetrieben. Selbst der Dow Jones drehte noch ins Plus, nachdem eine Gewinnwarnung von Alcoa zuvor den Index belastet hatte.

HB NEW YORK. Die US-Standardwerte sind dank des sinkenden Ölpreises doch noch freundlich ins Wochenende gegangen. Der Dow-Jones-Index stieg zum Handelsschluss um 0,23 % auf 10 313,07 Zähler, nachdem er lange Zeit etwas leichter tendiert hatte. Der S&P-500 notierte ein halbes Prozent fester bei 1 123,92 Punkten. An der Technologiebörse Nasdaq war die Stimmung den ganzen Tag über freundlich. Der Composite baute die Tagesgewinne aus und stieg 1,32 % auf 1 894,31 Punkte.

Im Dow bremsten Alcoa. Die Aktien verloren 7,6 %, nachdem das Unternehmen eine Gewinnwarnung für das dritte Quartal abgegeben hatte. Die Meldung überschattete vorbörslich veröffentlichte Makrodaten, die positiv bewertet wurden: Das Handelsbilanzdefizit ist im Juli etwas geringer ausgefallen als erwartet. Hinzu kommt, dass die Erzeugerpreise im August leicht zurückgegangen sind. Ökonomen hatten mit einem Anstieg gerechnet. Dies deute auf nach wie vor maßvolle Zinserhöhungen der US-Notenbank hin, sagte ein Marktbeobachter. "Vor allem aber ist das endlich wieder einmal rückläufige Defizit erfreulich." Fed-Chairman Alan Greenspan hatte am Mittwoch die Haushaltspolitik der Regierung Bush mit scharfen Worten kritisiert.

Bei Techwerten setzte sich die Kauflaune am Freitag fort, nachdem ein US-Distriktgericht in San Francisco Bedenken über die Übernahme von Peoplesoft durch den Rivalen Oracle zurückgewiesen hatte. Damit kann Oracle den Übernahmeversuch fortsetzen. Die Aktien von Oracle legten 5,3 % auf 10,46 Dollar zu. Peoplesoft stiegen um 10,3 % auf 19,79 Dollar. Von der Nachricht profitierten auch Siebel Systems, die einen Aufschlag von 8,4 % auf 8,17 Dollar verzeichneten.

Das Urteil dürfte nach Ansicht von Tim Klasell von Thomas Weisel Partners den Weg für eine Übernahme von People Soft geebnet haben. Die Europäische Kommission hatte mitgeteilt, dass US-Urteil zu prüfen. Klasell rechnet nicht damit, dass die EU-Kommission einer Übernahme noch rechtliche Steine in den Weg legt.

Gefragt waren zudem Halbleiterwerte, nachdem am Vortag National Semiconductor mit guten Quartalszahlen überzeugt hatte. So verteuerten sich AMD um 5,3 % auf 12,21 Dollar, Texas Instruments zogen um 5,6 % auf 21,94 Dollar an. Auch National Semi stiegen um 5,6 % auf 14,24 Dollar.

Im Dow standen ebenfalls Tech-Werte auf der Kaufliste der Anleger. Intel führten den Index mit einem Plus von 2,0 % auf 20,57 Dollar an. Hewlett-Packard gewannen 1,4 % auf 18,29 Dollar. Wal-Mart und Boeing legten ebenfalls deutlicher zu. Außerdem stiegen Walt Disney um 1,3 % auf 23,16 Dollar, nachdem Konzernchef Michael Eisner mitgeteilt hatte, er werde seinen in zwei Jahren endenden Vertrag nicht verlängern. Dagegen verloren McDonald's 1,4 % auf 27,05 Dollar, nachdem der Aktienkurs zuletzt zugelegt hatte.

Der Ölpreis hat am Freitag deutlich nachgegeben. Der Preis pro Barrel (159 Liter) der US-Sorte Light Sweet Crude sank an der New Yorker Warenterminbörse zum Handelsschluss um 1,80 Dollar auf 42,81 Dollar. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem der Ölpreis am Donnerstag um 4 % angezogen hatte. Zwischenzeitlich war der Preis am Freitag auf bis zu 45,09 Dollar gestiegen.

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