Optimistische Einschätzung des Chip-Sektors
Konjunktur-Hoffnungen bescheren US-Börsen Gewinne

Optimistische Analysten-Kommentare zur Chip-Branche und die Erwartung einer baldigen Erholung der US-Wirtschaft haben den US-Börsen am Montag kräftige Gewinne beschert und vor allem im Technologiesektor die Kauflaune der Anleger angeregt.

Reuters NEW YORK. Der Index der US-Technologiebörse Nasdaq gewann 3,47 % auf etwa 1721 Punkte und erreichte damit nahezu ein 14-Monats-Hoch. Der Dow-Jones-Index verließ den Markt 1,62 % höher mit rund 9216 Punkten. Der breiter gefasste S&P-Index legte 1,91 % auf 1004 Zähler zu.

Händlern zufolge haben eine optimistische Einschätzung des Chip-Sektors durch Deutsche Bank Securities und eine positive Bewertung der Technologie-Ausgaben durch Goldman Sachs dem Technologiesektor neue Impulse verliehen. Unterstützung hätten zudem die kräftigen Gewinne an den asiatischen Märkten geliefert. Diese hatten von einem überraschend starken Anstieg des PC-Absatzes in Japan in der letzten Juni-Woche um 20 % gegenüber dem Vorjahr und besseren Umsatz- und Nutzerzahlen von Taiwan Semiconductor profitiert.

Das niedrige Zinsniveau in den USA sowie die Erwartungen einer baldigen Wirtschaftserholung führten dazu, dass Anleger ihr Geld von Anleihen in Aktien umschichten, sagte Lisa Hansen, Chef-Händlerin von Transamerica Investment Management. „Wir haben im Vorfeld der Berichtssaison kaum enttäuschende Ankündigungen gehabt. Ich denke, die Leute sind optimistisch angesichts einer Erholung im zweiten Halbjahr“, sagte Hansen.

Peter Gottlieb, Präsident des Investmenthauses Gottlieb Investment Management Corp, verwies auf die Widerstandsfähigkeit des Marktes und die kräftigen Gewinne im Technologiesektor. Der Nasdaq-Index habe seit Mitte März rund 35 % hinzugewonnen.

In dieser Woche legen Industrie-Hochkaräter wie der weltgrößte Aluminiumproduzent Alcoa und der Mischkonzern General Electric Quartalszahlen vor. Erste Trends für den Technologiesektor versprechen sich die Investoren von den Bilanzen des Netzwerkausrüsters Juniper Networks und des Internetkonzerns Yahoo.

Auf der Einkaufsliste der Investoren standen nach Angaben von Händlern praktisch alle namhaften Titel aus der Chipbranche. Hier gewannen die Aktien des Chipausrüsters Applied Materials mehr als zehn Prozent auf 17,63 Dollar, die Papiere von Novellus Systems sprangen um fast acht Prozent auf 38,24 Dollar und die Titel des Chip-Herstellers Advanced Micro rückten um sieben Prozent auf 7,128 Dollar vor.

Der Microsoft-Aktienkurs kletterte um 3,47 % auf 27,42 Dollar. Zuvor hatte die „Financial Times“ auf ihrer Internet-Seite berichtet, der Konzern erwäge eine Sonderdividende von mehr als zehn Mrd. Dollar, um seine Barmittel von insgesamt 46 Mrd. Dollar zu reduzieren. Die Zeitung hatte sich dabei auf einen Bericht ihres französischen Partner-Blatts „Les Echos“ berufen.

Deutlicher legten die Titel des weltgrößten Chip-Herstellers Intel zu. Diese gewannen 5,47 % auf 22,90 Dollar.

Auf der Verliererliste fanden sich dagegen die Aktien des Pharmakonzerns Schering-Plough wieder, nachdem das Unternehmen zuvor wegen heftiger Konkurrenz bei einigen seiner Spitzenmedikamente die Gewinnerwartungen für 2003 heruntergeschraubt hatte. Die Titel fielen um knapp 3,8 % auf 18,34 Dollar.

An der New Yorker Stock Exchange wechselten rund 1,4 Mrd. Aktien den Besitzer. 2242 Werte legten zu, 1051 gaben nach und 165 waren unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,81 Mrd. Aktien 2308 Werte im Plus, 939 im Minus und drei unverändert. An den US-Kreditmärkten gaben die zehnjährigen Staatsanleihen um 20/32 auf 99-3/32 Punkte nach und rentierten mit 3,734 %. Die 30-jährigen Bonds fielen um 29/32 auf 109-22/32 Zähler. Sie rentierten mit 4,741 %.

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