Osteuropa-Börsen
Budapest und Prag im Plus, Warschau schließt schwächer

Die wichtigsten osteuropäischen Aktienindizes haben ohne klare Richtung geschlossen. Während die Börsen in Prag und Budapest zulegten, konnte Warschau nicht dem freundlichen gesamteuropäischen Trend folgen.
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Prag/Budapest/WarschauDie wichtigsten osteuropäischen Aktienindizes haben am Mittwoch uneinheitlich geschlossen. Während die meisten Aktien der Prager und Budapester Börse dem freundlichen gesamteuropäischen Trend folgten, dominierten im Warschauer Handel Kursverluste.

An der Prager Börse stieg der Leitindex PX um 0,22 Prozent auf 1 250,1 Punkte. Der europäische Trend setzte sich an an der Prager Börse kaum durch. Nach gut aufgenommenen Zahlen der französischen Großbank Societe Generale präsentierte sich der tschechische Finanzsektor, im Gegensatz zum europäischen Umfeld, eher gemischt. Während Aktien der Erste Group mit einem Plus von 2,15 Prozent bei 946 Kronen aus dem Handel gingen und die Titel der Vienna Insurance Group (VIG) 0,67 Prozent auf 1 047 Kronen zulegen konnten, zeigten Papiere der Komercni Banka zu Börsenschluss ein Minus von 3,20 Prozent bei 4 229 Kronen. Die Abschläge konnten jedoch nicht durch die veröffentlichten Unternehmensergebnisse erklärt werden. Die Komercni Banka stiegerte im Geschäftsjahr 2010/11 den Nettogewinn um 21,1 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Das Wachstum wurde hauptsächlich durch einen moderaten Ertragsanstieg, weitere Senkungen der Betriebskosten und eine signifikanten Reduktion der Risikokosten beeinflusst. Die Gesamtrisikokosten konnten um 39 Prozent auf 3,1 Mrd. Kronen gesenkt werden, was neben den neuen Risikomanagement-Standards auch an der verbesserten makroökonomischen Situation in Tschechien lag.

Unter den anderen Schwergewichten im Leitindex PX gingen Titel von Ceske Energeticke Zavody (CEZ) mit einem Plus von 0,94 Prozent bei 812,60 Kronen aus dem Handel und Papiere von Unipetrol 1,01 Prozent höher bei 180,50 Kronen. Mit Abschlägen von 1,15 Prozent bei 274 Kronen präsentierten sich hingegen Aktien von NWR. Auch Wertpapiere von Philip Morris schlossen mit 0,70 Prozent im Minus bei 9 880 Kronen.

Der Budapester Leitindex BUX gewann 0,70 Prozent auf 22 529,86 Punkte. Hier folgten die Bankenwerte dem europäischen Trend. So gingen Titel von OTP Bank mit einem Plus von 1,78 Prozent bei 5 700 Forint aus dem Handel. Auch heimische Unternehmensergebnisse prägten das Marktgeschehen. Der ungarische Öl- und Gaskonzern Magyar Olay es Gazipari (Mol) erhöhte seinen Umsatz 2010 um satte 29 Prozent auf 4 330 Mrd. Forint, wobei der Nettogewinn um sechs Prozent auf 100,8 Mrd. Forint zulegte. Ohne Sonderposten betrug der Gewinn 177,6 Mrd. Forint gegenüber 46,7 Mrd. Forint im Jahre 2008. Die Investitionen des Konzerns betrugen 332 Mrd. Forint. Dabei wird seitens des Konzerns die internationale Exploration und Produktion als der profitabelste Geschäftszweig bezeichnet. Hier erhöhte sich das Geschäftsergebnis wegen der höheren Ölpreise und der gestiegenen Forderungen um satte 80 Prozent. Beim Treibstoffabsatz gab es einen Rückgang von fünf Prozent, während bei Gas ein Anstieg von zwei Prozent verzeichnet wurde. Durch verstärkte Fokussierung auf den Auslandsmarkt soll dessen Anteil in ein bis zwei Jahren 60 Prozent ausmachen, so Mol-Generaldirektor György Mosonyi.

Papiere von Mol schlossen mit einem Plus von 0,17 Prozent bei 22 300 Forint. Unter den weiteren Index-Schwergewichten schlossen Aktien von Egis mit einem Plus von 1,97 Prozent bei 21 685 Forint. Papiere von Richter Gedeon verteuerten sich um 0,32 Prozent auf 39 605 Forint, während Titel von Magyar Telekom sich um 0,37 Prozent auf 526 Forint abschwächten.

In Warschauer gab der Leitindex WIG-20 um 0,56 Prozent auf 2 687,45 Punkte nach. Der breiter gefasste WIG-Index reduzierte sich um 0,33 Prozent auf 47 193,06 Punkte. Während Titel der BRE Bank mit einem Plus von 0,15 Prozent bei 326,50 Zloty aus dem Handel gingen, zeigten andere Bankenwerte deutliche Abschläge. So notierten Aktien von Bank Pekao mit einem Minus von 0,18 Prozent bei 164,80 Zloty und Titel von der PKO Bank schwächten sich um 0,48 Prozent auf 41,90 Zloty ab. Aktien der ING Bank Slaski sanken um 0,58 Prozent auf 850,50 Zloty. Der konsolidierte Nettogewinn des Unternehmens für das vierte Quartal 2010/11 belief sich auf 191,68 Mill. Zloty, verglichen mit 120,8 Mill. Zloty im Vorjahreszeitraum. Das Zinsergebnis der Gruppe erhöhte sich von 354,49 Mill. auf 421,69 Mill. Zloty. Aktien von Polimex-Mostostal kletterten mit plus 1,48 Prozent auf 3,43 Zloty an die Spitze des WIG-20.

In einigen Monaten soll das Fußballstadion in Siedlce für einen Gesamtpreis von 28,6 Mill. Zloty fertiggestellt werden. Die Konstruktionsarbeiten wurden von Polimex-Mostostal und Pagro ausgeführt. Gegen Ende 2012 soll noch ein weiterer Zubau erfolgen.Unter den anderen Schwergewichten stiegen Grupa Lotos um 0,35 Prozent auf 40,65 Zloty und Ceske Energeticke Zavody (CEZ) um 1,00 Prozent auf 131 Zloty. Aktien von PBG büßten indes 0,2 Prozent ein auf 201 Zloty. Mit einem Minus von 6,95 Prozent bei 12,05 Zloty waren Titel von Getin das Schlusslicht.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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