Scherin im Plus
Dax schließt im Minus

Der Euro hat sich immer weiter nach oben geschraubt und die Aktien exportorientierter Unternehmen sowie den Deutschen Aktienindex (Dax) ins Minus gedrückt: Der deutsche Leitindex ging am Freitag mit Minus 0,31 Prozent auf 3 471,5 Punkten aus dem Handel. Im Wochenvergleich konnte der Dax damit leicht um 1,49 Prozent zulegen.

HB FRANKFURT. Der Dollar verlor angesichts einer anhaltenden Schwäche gegenüber dem japanischen Yen auch zum Euro an Boden. In der Spitze gewann die Gemeinschaftswährung mehr als einen Dollar-Cent hinzu. „Da beißt die Maus keinen Faden ab, der starke Euro drückt unsere Autowerte und die Papiere anderer Exportunternehmen“, sagte ein Aktienhändler.

Zu den größten Dax-Verlierern gehörten denn auch die Aktien des Autoherstellers BMW, die mehr als 1,25 Prozent an Wert verloren. Der starke Euro macht die Waren europäischer Firmen auf dem wichtigen US-Absatzmarkt teurer, was Anleger um die Gewinne der Firmen fürchten lässt. Gefragt waren indes die Papiere des Berliner Pharmaunternehmens Schering, nachdem der US-Mischkonzern General Electric (GE) ein Übernahmeangebot für den britischen Schering-Konkurrenten Amersham vorgelegt hatte.

Euro legt deutlich zu

Der Euro kostete zuletzt 1,1802/05 Dollar nach einem Vortagesschluss bei 1,1744/48 Dollar in New York am Vorabend. In der Spitze war die Gemeinschaftswährung bis 1,1849 Dollar gestiegen. Anhaltende Spekulationen gegen den Dollar zu Gunsten des japanischen Yen zögen den Euro mit nach oben, sagten Devisen-Händler. Die Versuche der Tokioter-Regierung, die Yen-Aufwertung gegen den Dollar durch Interventionen abzumildern, reizten Anleger, den Druck auf den Greenback zu erhöhen, sagte ein Händler.

Warten auf Berichtssaison zum dritten Quartal

„Wenn ich den festen Euro sehe, wundere ich mich, dass wir uns noch so gut halten“, sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Viele Anleger hielten sich offenbar vor der nächste Woche beginnenden Quartalssaison der Dax-Unternehmen mit Verkäufen zurück. Am 16. Oktober eröffnet der Softwarekonzern SAP mit seinen Ergebnissen die Quartalssaison. „Die kommende Woche wird im Zeichen von Unternehmenszahlen zum dritten Quartal stehen. Die Erwartungen an die deutschen Aktien sind ziemlich optimistisch“, sagte Frank Schallenberger, Aktienstratege bei der LBBW. Erwartet wird, dass die Unternehmen ihre Gewinne im Quartal durch Kostensenkungsmaßnahmen steigern konnten.

Schering steigen wegen Amersham

Das Angebot des US-Mischkonzerns General Electric für den britischen Pharma- und Medizingeräte-Konzern Amersham wecke Übernahmefantasien auch bei Schering, sagten Börsianer. Die Aktien von Schering stiegen um 5,43 Prozent auf 40,95 Euro. Am Morgen hatte außerdem die Investmentbank Morgan Stanley die Schering-Papiere auf „Overweight“ von zuvor „Equalweight“ hochgestuft. Im Windschatten von Schering verteuerten sich auch die Titel des Pharma- und Chemiekonzerns Altana um 3,42 Prozent auf 52,95 Euro.

Die Aktien der Commerzbank und der HVB Group profitierten wie schon an den vergangenen Tagen von Spekulationen, ausländische Banken könnten Wettbewerber in Deutschland aufkaufen. Zuletzt hatten Großbanken wie Credit Suisse First Boston und die Citigroup Interesse an Übernahmen in Deutschland bekundet.

Auf der Verliererseite standen außerdem die Titel von Fresenius Medical Care und SAP, die 2,74 Prozent beziehungsweise 1,87 Prozent an Wert verloren. Händler machten Gewinnmitnahmen nach den Kurssteigerungen der Vortage für die Verluste verantwortlich.

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