Schering-Aktie bricht zeitweise 15 Prozent ein
Dax setzt zur Talfahrt an

Die deutschen Standardaktien sind mit Verlusten in die Woche gestartet. Schering-Aktien sind nach einer negativen Unternehmensnachricht heftig eingebrochen. Im späten Parketthandel haben sich die deutschen Aktien unterschiedlich entwickelt.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss auf Xetra 0,7 % tiefer bei 4 296 Punkten. Der L-Dax ging bei 4 308,05 Punkten aus dem Handel. Der L-MDax schloss bei 5 638,81 Punkten. Im Xetra-Handel war der MDax um 0,31 % auf 5 639,86 Punkte gesunken. Der L-TecDax schloss bei 528,08 Zählern, nachdem der TecDax im Xetra-Handel 0,93 % auf 528,26 Punkte verloren hatte.

Auf dem Handelssystem Xetra wurden rund 90 Mill. Aktien gehandelt. Die wichtigsten US-Indizes verbuchten bei Xetra-Börsenschluss in Frankfurt leichte Kursverluste. Händler Raed Mustafa von der BW Bank mahnte angesichts einiger Risikofaktoren generell zu Vorsicht am Markt. „Im Dax geht es nicht richtig vorwärts. Der Euro ist weiter fest, die Rohstoffpreise sind hoch, und es herrscht auch Angst vor Zinserhöhungen. In diesem Umfeld bin ich etwas vorsichtiger“, sagte er.

Die Verzögerung in der Entwicklung des wichtigen Krebsmedikamentes PTK/ZK der Pharmakonzerne Schering und Novartis quittierten die Anleger mit massiven Verkäufen vor allem der Schering-Aktien. Die Titel brachen um 15 % auf 49,85 € ein. Noch in der Vorwoche hatten die Papiere des Berliner Konzerns auf Grund von Spekulationen auf positive Testergebnisse mehr als sechs Prozent zugelegt. „Das ist eine große Enttäuschung“, kommentierte Analyst Alexander Groschke von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Sein Kollege Andreas Schmidt von Merrill Lynch warnte: „Das könnte das gesamte Medikament in Frage stellen.“ Schering und Novartis erwarten nun, dass die Zulassungsanträge in den USA und Europa für den möglichen Blockbuster erst Anfang 2007 eingereicht werden können. Bisher hatten sie Ende 2005 angepeilt. In Zürich gaben Novartis-Papiere um knapp ein Prozent nach.

Wieder aufkeimende Spekulationen über eine Konsolidierung im Bankensektor beflügelten die Aktien der HVB und der Commerzbank, die in der Spitze um drei Prozent beziehungsweise 1,7 % gewannen. Die spanische Bank BBVA prüft den Kauf der italienischen Banca Nazionale del Lavoro, die niederländische ABN Amro ist an der Banca Antonveneta interessiert. „Nachdem, was da in Italien passiert, gibt es auch hier wieder die Spekulation, unsere Banken könnten übernommen werden“, sagte ein Händler.

Gefragt waren zeitweise auch die Papiere des Index-Schwergewichtes Allianz, die bis zu 1,5 % auf 99,19 € gewannen, nachdem die Großbank UBS das Kursziel auf 119 von 111 € hochgesetzt hatte. Mit der Hoffnung auf eine positive Überraschung bei den am Dienstag anstehenden Geschäftszahlen erklärten Börsianer das Kursplus von knapp einem Prozent bei den Aktien des Handelskonzerns Metro.

Eine Verkaufsempfehlung der Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein drückte im Nebenwerteindex MDax die Papiere des Elektronikhändlers Medion um 9,3 % ins Minus. Einen Abschlag von rund sechs Prozent verbuchten die Titel von KarstadtQuelle. Händler erklärten das Minus mit einem Bericht über mögliche Verzögerungen beim geplanten Verkauf der zu Karstadt gehörenden Bekleidungskette SinnLeffers.

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