Schicksals-Wahlen
Die Wall Street schaut gebannt auf Europa

Die Wahlen in Griechenland und Frankreich werden in der neuen Woche wohl das wichtigste Thema an der Wall Street. Alle schauen gebannt auf Europa - mit der Angst vor einem erneuten Aufflammen der Eurokrise.
  • 2

New YorkDie Griechen wählen am Sonntag ein neues Parlament, und in Frankreich geht die Präsidentschaftswahl in die zweite und entscheidende Runde. Die Händler interessiert vor allem, wie es mit der Haushaltspolitik in den beiden Ländern weitergeht. Ein strenger Sparkurs wird überwiegend als positiv für die Aktienmärkte gesehen, da die Angst vor einem erneuten Aufflammen der Schuldenkrise noch immer groß ist. Allerdings werden in ganz Europa Stimmen lauter, die die Sparvorgaben zugunsten von Wachstumsanreizen aufweichen wollen.

"Es gibt das Potenzial für Instabilität und Unsicherheit in Europa", sagte John Praveen von Prudential International Investment Advisors. Derzeit würden die Märkte vom Schlimmsten ausgehen. In Frankreich liegt der sozialistische Kandidat Francois Hollande in den Umfragen vor Amtsinhaber Nicolas Sarkozy. Hollande hatte sich im Vorfeld kritisch über die vor allem von Deutschland vorangetriebene Sparpolitik geäußert. Sollte er nach einem Wahlsieg einen versöhnlicheren Ton anschlagen, könnte dies Praveen zufolge den Märkten aber Auftrieb geben.

Spannend dürfte auch die Wahl in Griechenland sein. Es wird damit gerechnet, dass die Griechen den beiden großen Parteien Neue Demokratie (ND) und Pasok die Quittung für ihren rigiden Sparkurs geben werden. Profiteure der Wahl werden wohl zahlreiche kleinere Parteien sein, die teilweise radikale Positionen vertreten. Zuletzt hatte in den Umfragen die konservative ND unter Antonis Samaras mit gut 20 Prozent die Nase vorn, weil die Sozialisten unter dem ehemaligen Finanzminister Evangelos Venizelos noch stärker an Popularität eingebüßt haben.

Zuletzt hatten das Ausklingen der Berichtssaison und unerwartet schlecht US-Arbeitsmarktdaten für Katerstimmung an der Wall Street gesorgt und der US-Börse die bislang schlechteste Woche des Jahres beschert. In der kommenden Woche richten die Anleger ihre Aufmerksamkeit vor allem auf den von Reuters und der Universität Michigan ermittelten Index des US-Verbrauchervertrauens am Freitag.

Zum Ende der Berichtssaison stellen noch ein paar große Namen ihre Zahlen vor: Der Unterhaltungskonzern Walt Disney und Netzwerkausrüster Cisco Systems präsentieren am Dienstag beziehungsweise Mittwoch ihre Bilanzen. Ebenfalls für Mittwoch werden die Zahlen der Kaufhauskette Macy's erwartet, von denen sich Händler Hinweise auf die Stimmung der US-Konsumenten erhoffen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Schicksals-Wahlen: Die Wall Street schaut gebannt auf Europa"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Warren Buffet, Georgio Soros und andere Kohorten der Lloydskaste haben in kurzer ZEIT viel Geld angehäuft und zwar durch gekaufte Politiker, welche durch Steuerzahlers Geld ZEIT einkauften.

    Der "goldene" Schnitt wird nur dort möglich sein, wo ein verbrieftes Recht auf Korruption durch Untätigkeit der Politik an den Tag gelegt wird. Mit dem Finger in die Wunden anderer Staaten zu zeigen, und notfalls auch die Rechte souveräner Staaten mißachten, da kommt doch richtig Freude auf. Wer sind wir eigentlich, daß wir uns das noch lange bieten lassen müssen, von wem auch immmer?

  • Die Krise welche schon seit den 90er Jahren tobt, hat noch lange kein Ende. Einzig was Sorgen bereitet ist die etwas dümmliche Wirtschaftstrategie von Fr.Merkel. Mit viel Geld genügend Zeit einkaufen um sinnlose Gipfeltreffen mit dem Ergebnis abhalten, mit noch mehr Geld viel mehr Zeit einzukaufen. Das ganze Programm möge mittels Staatsanleihen finanziert werden, deren Stabilität durch Einsparen bzw. "Kürzen" gesichert werden möge. Da einige Länder Europas an den EURO geknüpft wurden und diese leider nichts "Kürzen" können, kommt mit Blick auf verschiedene Wahlen besondere Interesse auf.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%