Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax schließt deutlich über 7.000 Punkten

Der Geldregen der EZB und die starken Konjunkturdaten schoben den Dax deutlich ins Plus. Der Schuldenkrise schenkte heute hingegen kaum einer Beachtung - aus der Welt ist sie deswegen aber noch lange nicht.
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DüsseldorfDiesmal lässt sich der Dax die 7.000 Punkte nicht mehr nehmen. Der Deutsche Aktienindex schloss den Mittwoch 1,2 Prozent im Plus auf 7.079 Punkte. Das letzte mal, dass der Dax über 7.000 Punkte schloss liegt mittlerweile schon über sieben Monate zurück.

Die zweite Reihe beendete den heutigen Handelstag nicht ganz so erfolgreich. Der MDax lag am Ende mit 0,02 Prozent auf 10.666 Punkte leicht im Minus und der TecDax konnte lediglich ein Plus 0,4 Prozent auf 778 Zähler bis Handelsschluss retten.

Warum konnte der Dax nun über der psychologisch wichtigen Marke von 7.000 Punkten schließen? Die Gründe sind einleuchtend:

Erstens schwimmt der Markt auf dem Geld der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank stellte den europäischen Banken Geld in Höhe von über einer Billionen Euro zu Niedrigzinsen bereit. Diese Geldmassen müssen nun von den Finanzinstituten investiert werden und dabei fließt das Geld nicht selten in Unternehmensanteile.

Zweitens stellen die Unternehmen wiederum eine attraktive Anlageoption dar, da ihre Quartalszahlen oftmals über den Erwartungen lagen. Viele Konzerne zahlen Dividenden, was auf hohe Geldreserven schließen lässt, auf denen die Firmen sitzen.

Der gesunkene Euro-Bund-Future spricht ebenfalls für ein gesteigertes Interesse für Aktien. Nach Frankfurter Börsenschluss sank der Index um 1,1 Prozent auf 136,75 Euro. Auf Wochensicht fiel der Kurs um knapp 1,8 Prozent.

Drittens -das wichtigste Argument für die derzeitige Hausse- belebt die aufblühende Konjunktur in Deutschland und vor allem in den USA die Börsen weltweit. In der gestrigen Zinssitzung der US-Notenbank Fed ließen die Verantwortlichen verlauten, dass sie die konjunkturelle Entwicklung der USA sehr positiv bewerten. Außerdem wollen sie bis 2014 an ihrer Nullzinspolitik festhalten. Im Anschluss an die Sitzung starteten die Börsen weltweit durch. Der Dax schaffte am Dienstag das erste mal seit über sieben Monaten den Sprung über die 7.000 Punkte.

EZB-Tender wirken wie eine Droge

"Was könnte besser sein als klares Wirtschaftswachstum bei niedrigen Zinsen?", fasste ein Händler die euphorische Stimmung an den Märkten zusammen. Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research sieht für den Dax mittelfristig positive Tendenzen. „Wenn sich an der Wall Street der Dow Jones über 13.000 und der Nasdaq über 3.000 Punkten etablieren, ist im Dax der Weg frei bis 7500 Punkte“, sagte er.

„Von Panik bewegen sich die Märkte weg, die Rally kann noch eine Weile weitergehen“, sagte Thorsten Polleit, Deutschland- Chefvolkswirt von Barclays Capital. Ein Teil des billigen Zentralbankgeldes komme auch an den Aktienmärkten an. Doch Polleit warnt: „Das ist eine Droge, die nur kurze Zeit putschen wird.“ Die bestehenden Probleme seien nicht aus der Welt geschafft: „Dass Staaten überschuldet sind und Banken künstlich am Leben gehalten werden, das wird irgendwann wieder durchschlagen.“

Eon-Papiere trotz roter Zahlen im Plus

Der größte deutsche Strom- und Gaskonzern Eon hat im vergangenen Jahr erstmals in der Firmengeschichte rote Zahlen erwirtschaftet. Bedingt unter anderem durch die sofortige Stilllegung von Kernkraftwerken und milliardenschwere Abschreibungen wird ein Verlust von 2,2 Milliarden Euro ausgewiesen, nach einem Gewinn von 5,8 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Der Kurs der Aktie konnte nichtsdestotrotz überzeugen. Die Papiere beendeten den Mittwoch mit sieben Prozent im Plus auf 18,28 Euro und war damit stärkster Dax-Wert. Die Anleger begrüßten, dass die Dividende wie geplant ausgezahlt werden soll. Außerdem fiel das operative Ergebnis höher aus als gedacht.

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  • Ja, und Sie? Nicht? Deswegen wohl Zeit zum Tippen!

  • kein ding! hatte nur gedacht ich hätte einen fan :)
    hab mich schon gefreut ;-)

  • Oh Sorry. Das war ohne Ansicht

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