Schlussbericht: Börse Frankfurt
Dax: Sorge um Ölpreis belastet Handel

Der deutsche Aktienmarkt legt zu. Der Dax schließt mit rund einem Prozent im Plus. Vor allem Stahlwerte ziehen deutlich an. Experten beobachten mit Sorge die steigenden Ölpreise. Am Nachmittag bröckelten die Gewinne deswegen ab. Die Gewinner und Verlierer im Überblick.

HB FRANKFURT. Kursgewinne bei Stahl- und Finanzwerten haben die europäischen Börsen am Mittwoch beflügelt. In Frankfurt büßte der Dax aber im Sog der US-Börsen einen großen Teil seiner Tagesgewinne ein und schloss 1,1 Prozent höher bei 5051 Punkten. Der europäische Stoxx50-Index legte 1,15 Prozent auf 2169 Zähler zu.

Als Belastungsfaktor erwies sich der erstmals seit sieben Monaten wieder über 71 Dollar je Barrel Ölpreis gestiegene Ölpreis. Börsianer fürchteten, dass eine zart aufkeimende Erholung der Wirtschaft von hohen Energiepreisen schnell wieder zunichtegemacht werden könnte. Die US-Börsen rutschten deshalb bis Handelsschluss in Europa ins Minus. Vor allem Technologiewerte und große Industriewerte mussten Federn lassen, hingegen profitierten Ölkonzerne wie Exxon.

Für gute Stimmung im Finanzsektor weltweit sorgte, dass die US-Regierung zehn der größten heimischen Banken grünes Licht für die Rückzahlung von Staatshilfen gegeben hat. Das deute darauf hin, dass sich der Bankensektor wieder stabilisiere, sagte Stratege Carsten Klude von MM Warburg. Der europäische Bankenindex notierte 2,4 Prozent im Plus. Deutsche Bank, die zudem von einer Hochstufung durch JP Morgan profitierten, stiegen um 1,2 Prozent. Die Aktien der britischen HSBC verbuchten ein Plus von 3,5 Prozent.

Stahlwerte gefragt

Stahlaktien gehörten in Europa ebenfalls zu den Favoriten. Für Konzerne wie ThyssenKrupp und Salzgitter verbilligt sich der Einkauf der wichtigen Rohstoffe Kohle und Erz. Der Minenkonzern BHP Billiton will ihnen den Rohstoff künftig deutlich günstiger verkaufen. ThyssenKrupp, Salzgitter und ArcelorMittal gewannen jeweils mehr als drei Prozent. Auch BHP Billiton selbst kletterten um 2,6 Prozent, da einige Analysten noch stärkere Rabatte befürchtet hatten.

An die Spitze der Dax-Gewinner setzten sich Adidas mit einem Plus von 7,3 Prozent auf 27,71 Euro. Händler verwiesen auf eine Hochstufung durch HSBC auf „Übergewichten“. „Nachdem wir fast ein Jahr lang empfohlen haben, Adidas-Aktien zu untergewichten, sind wir nun der Überzeugung, dass 2009 nicht so schlimm werden kann wie die schlimmsten Befürchtungen“, begründeten die Analysten ihr Urteil. Investoren könnten nun anfangen, sich auf die 2010 anstehenden Sportereignisse - wie die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika - zu konzentrieren und dort einiges Positives entdecken. Auch die Papiere von Konkurrent Puma lagen im MDax drei Prozent im Plus.

Nach dem Insolvenzantrag und Kurseinbruch am Vortag um fast die Hälfte waren bei den Aktien von Arcandor Zocker am Werk: Die Papiere gewannen 32,7 Prozent auf 73 Cent. Einen Medienbericht, demzufolge ein ausländischer Investor an einem fusionierten Warenhauskonzern aus Karstadt und Kaufhof interessiert sei, wies die Kaufhof-Mutter Metro zurück. Die Gespräche über die Warenhaus-Allianz liegen derzeit auf Eis. Größter Verlierer im Dax waren SAP mit einem Minus von 1,4 Prozent auf 30,02 Euro. Bank of America/Merrill Lynch hatte die Papiere auf „Neutral“ von „Buy“ zurückgestuft. SAP habe bislang als defensives Investment in Rezessionszeiten gut funktioniert, das werde wegen der zunehmenden Spekulationen auf eine Erholung der Wirtschaft aber nicht so bleiben, hieß es zur Begründung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%