Schlussbericht Börse Frankfurt
Dax-Talfahrt geht weiter

Der Dax findet weiter keinen Halt. Am heutigen Handelstag stürzte der Leitindex bereits unter die nächste psychologisch wichtige Marke. An den Börsen macht sich Sorge breit, denn ein Ende der Talfahrt ist nicht in Sicht.
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FrankfurtEnttäuschende US-Konjunkturdaten haben die zarte Erholung an den deutschen Aktienmärkten heute zunichte gemacht. Der Dax verlor nach einem durchgehend positiven Handel am Ende 0,39 Prozent 7473 Punkte.

Die Verkaufswelle folgte kurz nach der Veröffentlichung neuer enttäuschender Konjunkturdaten in den USA. So war der Konjunkturindex der Philly-Fed für April mit einem Plus von 1,3 Punkten schlechter als erwartet ausgefallen.

"Es herrscht Ratlosigkeit, den Ausverkauf gestern hatten die wenigsten auf dem Zettel, und jetzt ist die Frage für die Investoren: Muss ich mich neu positionieren?", sagte ein Börsianer. Am Mittwochvormittag war der Dax binnen Minuten um rund 200 Punkte eingebrochen und hatte 2,3 Prozent tiefer geschlossen. Über die wahren Gründe hierfür rätselte der Markt auch am Donnerstag noch.

"Die Leute wollen kaufen, sind sich aber nicht sicher", sagte Aktien-Experte Ian Huggard von NCB Stockbrokers. Dabei verhindere die anhaltende Flut billigen Notenbank-Geldes weitere größere Rückschläge. "Gib dem Markt gute Nachrichten und es wird wieder aufwärts gehen", fügte er hinzu.

Auf Charttechnik spezialisierte Analysten äußerten sich zurückhaltender. Die Aussichten hätten sich sowohl für Dax als auch für EuroStoxx50 eingetrübt. Commerzbank-Analystin Petra Kerssenbrock hielt einen Rückgang des pan-europäischen Index auf bis zu 2500 Punkte für möglich.


Von den Unternehmen kamen am Donnerstag kaum positive Nachrichten. RWE -Vorstandschef Peter Terium sagte auf der Hauptversammlung, dass das Ergebnisniveau nach 2013 kaum noch zu halten sei. "Sieht das wie eine Gewinnwarnung aus, der Blick auf die Aktie beantwortet die Frage", sagte ein Händler. Die Papiere fielen zeitweise auf ein Vier-Wochen-Tief von 28,46 Euro und notierten am Ende 2,48 Prozent schwächer. Konkurrent Eon verbuchte ein Kursminus von 1,38 Prozent.

Im Nebenwerte-Index MDax brachen SGL Group um 9,72 Prozent auf 27,08 Euro ein. Weil das Geschäft mit Carbonfasern und Spezialgrafiten nicht in Fahrt kommen will, kassierte der Wiesbadener Konzern seine ohnehin schon trüben Jahresziele.

Schlechte Nachrichten auch für Aktionäre von Solarworld : Das ehemalige Vorzeigeunternehmen hat sein gesamtes Grundkapital verloren. Die in keinem großen Index mehr gelisteten Titel des Solarkonzerns brachen um fast 30 Prozent ein. Mit 0,56 Euro waren die Aktien zeitweise so billig wie seit neuneinhalb Jahren nicht mehr.

Auf europäischer Ebene fielen Nokia um bis zu 12,7 Prozent auf ein Fünf-Monats-Tief von 2,30 Euro. Der finnische Handy-Hersteller gab einen 20-prozentigen Umsatzeinbruch bekannt und steckt in den roten Zahlen fest.

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Dax-Talfahrt geht weiter

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Spanien sorgt für positive Meldung

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  • Die beste Aktien-Auswahl stammte von Schimpansen, die Dartpfeile auf ein Flipchart geworfen haben.

  • Mein Gott, was hier alles verzapft wird.

  • Warten Sie doch, bis der Dax wieder seine Traummarke von 2200 erreicht hat.
    Bei dem unvermeidlichen Euro-Kollaps ist sowas realistisch.

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