Schlussbericht Frankfurt
Dax beendet zähen Handelstag leicht im Plus

Aufgetrumpft hat der Dax heute nicht. Den gestrigen Rücksetzer konnte der Leitindex nur teilweise wieder wettmachen. Die Anleger warten auf klarere Impulse. Solange die nicht kommen, wollen sie kein Risiko eingehen.
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Auf eine klare Erholung des Leitindexes nach dem gestrigen Rücksetzer warteten Anleger am Mittwoch vergeblich, für den Dax ging kaum nach oben. Kurz vor Handelsschluss konnte der Leitindex zwar seine vorangegangenen Verluste wieder ausgleichen, doch mit einer Steigerung um 0,2 Prozent auf 7.071 Punkte lag er nur leicht im Plus. Die zweite Reihe notierte ebenfalls unauffällig. Der MDax lag 0,5 Prozent im Plus auf 10.631 Punkten und der TecDax sank um 0,3 Prozent auf 784 Zähler.

Zu Handelsbeginn sah es noch nach einer klareren Gegenreaktion beim Dax aus. Bis zum Vormittag konnte er sich über der Marke von 7.100 Punkten behaupten. Viele nichtinvestierte Anleger, die die bisherige Rally verpasst hatten, sorgten für die starke Performance am Morgen. Sie sähen im Rücksetzer des Vortages eine Chance, auf den Zug aufzuspringen, sagte Franz Wenzel, Chef-Investmentstratege beim Vermögensverwalter Axa Investment Managers.

Doch der Dax verlor schnell an Fahrt, da es keine substanziellen Kaufargumente gab. „Woher heute die Impulse kommen sollen, ist nicht klar“, sagte ein Börsianer. An den Märkten sei es derzeit nach dem Gipfellauf der vergangenen Woche nicht einfach, sagte ETX-Capital-Chefhändler Markus Huber. Die Börsen befänden sich in einer Phase der Konsolidierung. „Es gibt aktuell nicht viele Daten - aber die würden wir benötigen, damit es weiter bergauf geht.“

Die US-Börsen notierten nach Frankfurter Börsenschluss folgerichtig kaum verändert. Der Dow Jones fiel um 0,1 Prozent 13.158 Punkte und der S&P-500 stieg um 0,1 Prozent 1.406 Punkten. Nur der Nasdaq-100 konnte sich mit 0,3 Prozent auf 2.746 Zähler leicht im Plus halten.

Bei den Einzelwerten standen heute die Titel der Solarhersteller im Fokus der Anleger. Dafür gab es zwei Gründe. Zum einen stellte mit Solarhybrid bereits der dritte deutsche Hersteller von Photovoltaikanlagen einen Insolvenzantrag, worauf die in keinem der großen deutschen Indizes vertretenen Titel von Solarhybrid bei hohen Umsätzen um bis zu 61 Prozent einbrachen.

Zum anderen stellte die Einführung der US-Schutzzölle, die die Billig-Konkurrenz aus China zurückdrängen soll, die deutschen Solarhersteller nicht zufrieden. Statt einer vorläufigen Ausgleichsabgabe wegen Staatsbeihilfen von 20 bis 30 Prozent, beschloss das Handelsministerium in Washington am Dienstag die Abgaben auf 2,9 bis 4,73 Prozent des Produktwertes zu beschränken. Damit bleibt der Preiskampf weiterhin hart. „Die gestrige Entscheidung ist eine Enttäuschung für Solarworld und ihre Marktposition in den USA“, schrieb Equinet-Analyst Stefan Freudenreich in einem Kommentar. Die US-Tochter des Bonner Konzerns hatte gemeinsam mit anderen Firmen die dortige Regierung um Hilfe gebeten. „Angesichts der veränderten Struktur auf dem Welt-Photovoltaikmarkt sollte Solarworld sein Geschäftsmodell als Komplett-Anbieter überdenken.“ Solarworld-Papiere schlossen heute 4,3 Prozent tiefer und bildeten mit damit das Schlusslicht im TecDax.

Die Aktien von Centrotherm konnten sich dem Abwärtstrend der Solartitel bis zur Mittagszeit entziehen. Am Nachmittag gaben dann auch sie nach und beendeten den Handelstag 0,2 Prozent ins Minus auf 9,57 Euro.

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  • Das ist wieein olles Auto,man muß öfter mal anschieben.

  • @DCWorld: Alles muss raus, jetzt. Zumindest ein paar Puts müssen her.

  • Kommt jetzt die Angst? Hat man zu lange mit dem Verkauf gewartet? Ist man jetzt in Sorge?
    http://www.start-trading.de/blog/2012/03/21/dax-anleger-haben-die-hosen-voll/

    Sicher ist, dass die Aktien bereits gut gelaufen sind. Wer jetzt zugreift, spielt mit dem Feuer. Wer nicht verkauft, risikiert seinen Gewinn. Die Lage ist brenzlig.

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