Schlussbericht Frankfurt
Euro-Rekordhoch belastet Dax

Die meisten deutschen Aktien haben am Dienstag nach den Gewinnen vom Vortag Verluste verbucht. Vor allem der steigende Euro drückte auf die Kurse.

HB FRANKFURT. Der deutsche Leitindex büßte 1,39 Prozent auf 7.964,90 Punkte ein. Auch der MDax verlor 1,08 Prozent auf 11.254,90 Zähler und der TDax 0,90 Prozent auf 966,78 Punkte.

Unter den 30 Dax-Werten war die Tui-Aktie mit minus 2,88 Prozent der deutlichste Verlierer. Um 2,4 Prozent verloren zudem die Papiere von BMW, Siemens und Bayer. Die Gewinnerseite führten dagegen Infineon und Linde mit einem Plus von 0,23 beziehungsweise 0,22 Prozent an.

Der steigende Euro drückte auf die Kurse, da er die Ausfuhren verteuert und damit vor allem exportorientierten Werten schadet. Der Euro kostete am Dienstag zwischenzeitlich 1,3738 Dollar. Der letzte Höchststand wurde am 27. April 2007 mit 1,3682 Dollar erreicht, der niedrigste Stand wurde im Oktober 2000 mit 0,82 Dollar registriert.

„Wir haben jetzt drei Mal versucht, das Hoch bei 8136 Punkten zu knacken und sind gescheitert - jetzt geht es erstmal wieder nach unten“, sagte ein Händler. Auf dem derzeitigen Niveau scheuten viele Marktteilnehmer das Risiko, zumal der Dax zu Wochenbeginn deutlich gestiegen sei, fügte ein anderer Börsianer hinzu.

Zudem wollten sich viele Marktteilnehmer vor einer Rede von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Bernanke wollte um 19.00 Uhr (MESZ) auf einer Veranstaltung zum Thema Inflation sprechen. „Wenn es um Inflation oder Zinsen geht, wird momentan auf jede Silbe geachtet“, sagte ein Händler.

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Besser als der Markt hielt sich die Infineon-Aktie mit einem Plus von 0,2 Prozent. „Das dürften Nachwehen sein“, sagte ein Händler. Am Vortag hatte Gerüchte, der südkoreanische Konkurrent Hynix interessiere sich für den Münchener Konzern, die Infineon-Titel auf ein Jahreshoch getrieben. Das ziehe Anschlusskäufe nach sich, erläuterte der Börsianer. Auch das Papier von Linde schloss leicht im Plus.

Die Aktie der Deutschen Post notierte 0,6 Prozent tiefer bei 23,48 Euro. Der Titel war zwischenzeitlich bis auf 24,20 Euro geklettert, als das Gerücht kursierte, dass ein Finanzinvestor an der Post interessiert sein soll.

Thyssen-Krupp verloren 2,2 Prozent. Börsianer verwiesen auf ein Gerücht, wonach der Düsseldorfer Konzern einen US-Konkurrenten übernehmen wolle. Thyssen-Krupp wies das jedoch zurück. Auch die Finanztitel im Dax verloren an Wert. Die Commerzbank-Aktie gab zwei Prozent nach, das Papier der Deutschen Bank um 2,2 Prozent. „Der Bereich läuft im Moment nicht, es gibt aber keine großen Umschichtungen“, sagte ein Händler.

Auch im MDax kochte die Gerüchteküche und sorgte für Bewegung. So trieben Spekulationen, die Deutsche Telekom könne für Premiere bieten, die Aktien des Bezahlfernsehsenders an die Spitze des Index. Eine solche Übernahme sei aber höchst unwahrscheinlich, sagten Händler, schließlich dürfe die Telekom gar keinen Fernsehsender betreiben.

Der Premiere-Titel konnte sich auch nicht lange auf seinem Tageshoch bei 19,36 Euro halten: Zuletzt kostete die Aktie 19,14 Euro und damit 1,1 Prozent mehr als am Vorabend.

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