Technische Warnsignale
Dax bewegt sich im roten Bereich

Die EZB und die Fed tun ihr Bestes, um die Märkte wieder zu beleben. Der Dax nähert sich deswegen wieder an die 11.000 Punkte. Doch technische Warnsignale läuten wieder lauter. Analysten halten den Dax für überbewertet.

Nach einem Anstieg von rund zwölf Prozent im Oktober könnte der Aufschwung des Dax vor einer Pause stehen. Das deutet zumindest der Relative-Stärke-Index (RSI)* an, der mit einem Stand von über 70 in den überkauften Bereich gedreht ist. Im März war ein derartiges Niveau Vorbote des stärksten monatlichen Rückgangs innerhalb eines Jahres gewesen.

Stratege Christian Stocker von der UniCredit Bank geht daher nur noch von einem begrenzten Potenzial aus: „Mit den Aussagen von Herrn Draghi ist es etwas früher in Richtung einer fairen Bewertung gegangen. Kurzfristig ist der Markt sicher überkauft.“

Auch Aktienstratege Ralf Zimmermann vom Bankhaus Lampe ist vorsichtig. Zwar misst er dem Dax noch Luft bis 11.500 Punkte bei, rechnet zum Jahresende aber nur mit 10.800 Punkten. Das schwache Wirtschaftswachstum, steigende Bewertungen und die Unsicherheit über das Vorgehen der US-Notenbank stehen seiner Ansicht nach einem weiteren Anstieg im Weg.

Allerdings teilen nicht alle Auguren diese Skepsis. So hat Mislav Matejka von JP Morgan in einer Studie vom Montag zum Kauf europäischer Aktien geraten, wobei er Deutschland und Italien als Zugpferde einschätzt.

Guillermo Hernandez Sampere, Leiter des Handels bei MPPM EK, rechnet mit positiven Impulsen durch die Unternehmensergebnisse und schätzt die Risiken am deutschen Aktienmarkt daher als überschaubar ein. Sowohl den Abschwung in China als auch den Volkswagen-Skandal hätten die Märkte erstaunlich gut weggesteckt. „Anleger, die nicht voll investiert sind, könnten Angst bekommen, einen möglichen Aufschwung zu verpassen“, sagte Sampere.

Zumindest unter Bewertungsgesichtspunkten hat der Dax noch Luft nach oben. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für den Dax liegt mit 14 unter dem Niveau von 15,9 im April. Seit dem Rekordhoch in der ersten Jahreshälfte hat der Index bis zum Tief im Vormonat 24 Prozent verloren.

*Zum RSI: Der Relative-Stärke-Index wird wie folgt errechnet: Zunächst werden jeweils die täglichen positiven und negativen Kursänderungen eines begrenzten Zeitraums summiert. Aus den Summen der positiven und negativen Kursänderungen werden die Mittelwerte errechnet. Anschließend wird der Mittelwert der positiven Kursänderungen durch die Summe des Mittelwertes positiver und negativer Kursänderungen dividiert. Der RSI kann Werte zwischen 0 bis 100 Prozent annehmen. Ab 70 Prozent wird von überkauften Märkten gesprochen, Werte unter 30 Prozent gelten als überverkauft.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
Roman Tyborski
Roman Tyborski
Handelsblatt / Volontär
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%