Unerwartet positiver Tankan-Bericht
Börse Tokio schließt fest

Nach unerwartet positiven Daten zur Stimmung in den japanischen Großunternehmen haben die asiatischen Börsen am Freitagangezogen deutlich angezogen. Der Yen gab zum Dollar leicht nach. Der Euro tendierte zur US-Währung fast unverändert.

HB TOKIO. Nach dem Tankan-Bericht der japanischen Notenbank hat sich die Stimmung in den Großunternehmen im September stärker als erwartet verbessert. Es wird aber damit gerechnet, dass sich die Stimmung im nächsten Quartal eintrübt. „Der Ausblick ist schwach, wie erwartet, aber gegenwärtig reagieren die Anleger positiv auf die besser als erwarteten September-Daten“, sagte Motoyoshi Uchida von Mizuho Investors Securities.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,49 % im Plus bei 10 985 Punkten. Damit verfehlte er knapp die psychologisch wichtige Marke von 11 000 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legte um 1,38 % auf 1 117 Zähler zu. Auch die übrigen asiatischen Börsen lagen im Plus.

Händlern zufolge waren die Anleger vorsichtig und hielten sich wegen des weiterhin hohen Ölpreises zurück. „Die heutigen Gewinne gehen überwiegend auf kurzfristiges Geld zurück, und die Käufer, vor allem die institutionellen Anleger, wollen noch immer keine Risiken eingehen, wenn die Ölpreise so hoch sind“, sagte Terushi Hirotama von Ichiyoshi Securities.

Die Aktien der Bankengruppe Mizuho Financial, der größten Japans, legten um mehr als vier Prozent zu. Die Papiere des größten Versicherungskonzerns des Landes Millea Holdings gewannen rund 2,8 %. Der Kurs der Aktien von Shiseido, des größten japanischen Kosmetikherstellers, stieg um fast drei Prozent.

Auf den Tankan-Bericht reagierten auch die Devisenhändler. Der Yen legte zum Dollar zu, konnte aber seine Gewinne nicht halten. „Der Dollar wurde nach dem Tankan-Bericht verkauft, hielt sich über Nacht aber zum Yen bei rund 109,80 Yen“, sagte Yoshi Yanagisawa von der State Street Bank in Tokio.

Am Nachmittag kostete der Yen in Fernost 110,06 Yen und lag auf dem Niveau des späten US-Handels. Der Euro tendierte im fernöstlichen Handel bei 1,2421 Dollar nach 1,2432 Dollar im späten US-Handel. Der Euro kostete 136,74 Yen.

Einige Händler sagte, die Anleger wollten sich nicht zu lange auf den Dollar festlegen, da es nur noch wenige Wochen bis zur US-Präsidentenwahl am 2. November dauere und die Unsicherheit vor den für Januar geplanten Wahlen im Irak groß sei. Die erste Fernsehdebatte zwischen US-Präsident George W. Bush und seinem demokratischen Herausforderer John Kerry am Donnerstagabend hatte Analysten zufolge nur einen geringen Einfluss auf den Handel in Tokio. „Wir werden warten müssen, bis in New York der Handel beginnt, um zu sehen, ob es eine Reaktion gibt“, sagte ein Analyst.

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