US-Aktienmarkt
Analysten sehen Bankerträge purzeln

Der Einbruch am Rohstoffmarkt, die verschobene Zinswende und massive Kursverluste am chinesischen Aktienmarkt machen auch den US-Banken zu schaffen. Welche Banken davon besonders betroffen sind.

New YorkIn den ersten beiden Quartalen dieses Jahres haben die sechs größten US-Banken die Erträge zumindest leicht steigern können. Im dritten Quartal jedoch dürfte es damit vorbei gewesen sein.

Der weltweite Einbruch an den Märkten, der den Anleihehandel unter Druck brachte und die US-Notenbank Federal Reserve von einer Zinserhöhung im September abhielt, hat die gesamten Erträge der Banken im dritten Quartal um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal nach unten gedrückt, auf 101,1 Milliarden Dollar. Das zeigen die von Bloomberg zusammengestellten Analystenschätzungen. Damit wäre der Anstieg in den ersten beiden Quartalen des Jahres von durchschnittlich 1,4 Prozent ausgelöscht.

Auch wenn die US-Kreditinstitute besser abschneiden als ihre europäischen Konkurrenten, sind sie doch von dem Einbruch am Rohstoffmarkt und der durch massive Kursverluste am chinesischen Aktienmarkt im August ausgelösten Volatilität in Mitleidenschaft gezogen worden. Analysten von Nomura gehen davon aus, dass die Handelserträge der Banken an der Wall Street im dritten Quartal um 6,5 Prozent und die Erträge im Investmentbanking um neun Prozent eingebrochen sind, belastet durch geringere Emissionen von Aktien und Anleihen. Die schwachen US-Arbeitsmarktdaten in der vergangenen Woche zeigten, dass die Abkühlung im Ausland die Wirtschaft in den USA untergraben dürfte.

„Das dritte Quartal war zum Ende hin schwieriger als erwartet – einerseits mit höherer Volatilität und andererseits geringerer Emissionstätigkeit“, kommentiert Jason Goldberg, Analyst bei Barclays. „Außerdem ist die erste Zinserhöhung der Fed immer weiter hinausgeschoben worden.“

Eine spätere Zinserhöhung der Fed bedeutet, dass die Margen der Banken noch länger unter Druck stehen. Der 24 Mitglieder umfassende KBW Bank Index hat im dritten Quartal 9,5 Prozent eingebüßt und schneidet damit schlechter ab als der breit gefasste Standard & Poor's 500 Index, der 6,9 Prozent nachgab.

Analysten gehen davon aus, dass die Erträge bei fünf der Großbanken – JPMorgan Chase, Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley – gesunken sind und dass nur Wells Fargo auf ein Plus von rund 2,8 Prozent kommt. Die Trends für den Nettogewinn werden unterschiedlich gesehen, nachdem mehrere Banken geringere Rechtskosten und andere Aufwendungen ansetzten.

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Spardruck macht sich bemerkbar

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