US-Börsen
Euro und Dollar lasten wie Blei auf der Wall Street

Sorgen um die Stabilität des Euro und ein starker Dollar haben die Wall Street belastet. Die Unsicherheit der Anleger ist groß. Und dann sind da auch noch Inflationsängste. Aber am Ende gibt es auch gute Nachrichten.
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New YorkDer wieder erstarkende Dollar und die Schuldenkrise in der Eurozone haben am Freitag für Kursverluste an der Wall Street gesorgt. Die wichtigsten Indizes verzeichneten ein Minus von etwa einem Prozent. Analysten führten die Dollar-Stärke auf weltweite Unsicherheiten zurück. Anleger flüchteten in sichere Anlagen, sagte Paul Mendelsohn von Windham Financial Services. Analysten machten auch die bevorstehenden Verhandlungen über die europäische Schuldenkrise für die Skepsis verantwortlich.

Die Stärke des Greenbacks sorgte für Verluste bei Finanztiteln und Rohstoffunternehmen. Ken Polcari von ICAP Equities in New York nannte auch die Inflationsdaten als Grund für den Kursrückgang. Zwar lag die Teuerung im April im Rahmen der Erwartungen. Es gebe aber immer noch Inflationsängste, sagte Polcari. Die Investoren gestalten demnach ihre Anlagen weniger risikoreich. Eine steigende Inflation könnte der extrem lockeren Geldpolitik der Notenbank Fed ein Ende bereiten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab um 0,8 Prozent auf 12.595 Punkte nach. Im Tagesverlauf bewegte er sich zwischen den Marken von 12.543 und 12.714 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 notierte ebenfalls 0,8 Prozent tiefer bei 1337 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 1,2 Prozent auf 2828 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,6 Prozent niedriger auf 7403 Punkte. Im Wochenverlauf gab der Dow Jones 0,3 Prozent ab. Beim S&P betrug das Minus 0,2 Prozent, Beim Nasdaq stand ein kleines Plus von 0,03 Prozent.

Während Dollarentwicklung und Inflation die Laune von Investoren verdarben, gab es von der Konjunktur auch positive Nachrichten: Der Aufwind am US-Arbeitsmarkt beflügelt das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes. Der entsprechende Index von Reuters und der Universität Michigan stieg im Mai nach vorläufigen Berechnungen auf 72,4 Punkte. Volkswirte hatten im Schnitt mit 70,0 Punkten gerechnet.

Unter den Einzelwerten ragten die Aktien von Yahoo mit einem Kurseinbruch von 3,6 Prozent heraus. Grund ist ein Streit beim chinesischen Internetkonzern Alibaba Group, an dem Yahoo zu 43 Prozent beteiligt ist. Alibaba übertrug die Kontrolle über den Bezahlservice Alipay auf Alibaba-Chef Jack Ma ohne Zustimmung von Yahoo, wie das US-Unternehmen mitteilte. Alibaba wies die Vorwürfe zurück.

Das Papier von Nvidia rutschte um elf Prozent ab. Anleger fürchten, dass der Chiphersteller im angestammten Geschäft mit Grafikprozessoren verstärkten Konkurrenzdruck zu spüren bekommt. Kursgewinne gab es dagegen beim Messtechnikhersteller Agilent Technologies. Das Unternehmen machte im abgelaufenen Quartal bessere Geschäfte als erwartet und hob seinen Ausblick für das Gesamtjahr an. Die Aktien stiegen um 4,5 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 900 Millionen Aktien den Besitzer. 856 Werte legten zu, 2148 gaben nach, und 103 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,93 Milliarden Aktien 619 im Plus, 1988 im Minus und 97 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " US-Börsen: Euro und Dollar lasten wie Blei auf der Wall Street "

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  • Guten Tag, ... Es liegt mir fern Ihnen zu widersprechen,.... jedoch waere es besser wir wuerden uns entscheiden ob es denn nun der Dollar oder der Euro sei der da lasten tut. Die Realitaet ist doch wohl Die;... dass jeder Markt rauf und runter geht;.... ja gehen muss ,... denn sonst sind wir bald wieder da wo wir mit dem *neuen Markt* waren. Ohnehin glaubt mittlerweile jeder Schustergeselle wieder ein Boersengenie zu sein. Kurse entstehen durch Angebot und Nachfrage nicht durch Wxperten- Gelaber. Also lassen wir den Markt entscheiden.... Oder ? Besten Dank

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