US-Börsen
US-Finanzdrama macht Wall Street nervös

Das Schulden-Hickhack in den USA hat der Wall Street die schwächste Woche seit einem Jahr eingebrockt. Der Dow-Jones-Index fiel erneut. Die Nervösität greift weiter um sich.
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New YorkAnleger äußerten eine wachsende Frustration über den Mangel an Fortschritten bei den Schuldenverhandlungen. Schwache Konjunkturdaten aus der größten Volkswirtschaft taten am Freitag ein Übriges: Das Bruttoinlandsprodukt der USA wuchs im zweiten Quartal nur um magere 1,3 Prozent - deutlich geringer als am Finanzmarkt erwartet.

Händler sprachen von einem nervösen Handel, der zunehmend von jeder noch so kleinen Wendung in den Schuldengesprächen bestimmt werde. „Die Märkte steigen und fallen abhängig von jeder Neuigkeit aus Washington“, sagte Fred Dickson von D.A. Davidson & Co. So verbuchten die Aktien nach einem kurzlebigen Anstieg erneut Verluste, nachdem der demokratische Mehrheitsführer im Senat ankündigte, eine kurzfristige Lösung in dem verfahrenen Streit nicht akzeptieren zu wollen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel 0,8 Prozent auf 12.143 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 12.083 und 12.243 Punkten geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P 500 schloss 0,7 Prozent tiefer bei 1292 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rutschte um 0,4 Prozent ab auf 2756 Stellen.

Im Wochenvergleich büßte der Dow-Jones-Index 4,2 Prozent, der S&P 3,9 Prozent und die Nasdaq 3,6 Prozent ein. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 7158 Zählern aus dem Handel.

„Die Angst am Markt wird immer größer je näher wir dem Stichtag kommen“, sagte Peter Cardillo, Ökonom bei Avalon Partners in New York. Gelingt der Durchbruch nicht über das Wochenende, droht der weltgrößten Volkswirtschaft von Dienstag an die Zahlungsunfähigkeit mit möglicherweise unabsehbaren Folgen für Weltwirtschaft und Finanzmärkte - wie nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008.

Am Donnerstag hatte zeitweise noch die Hoffnung überwogen, dass sich Demokraten und Republikaner doch noch einigen können. Am Abend folgte aber die Ernüchterung: Wegen eines internen Streits zwischen Anhängern der sogenannten Tea-Party-Bewegung und dem Rest der Partei verschoben die Republikaner eine Abstimmung über einen Lösungsvorschlag.

Mitten in der Bilanzsaison kamen viele Aktien unter die Räder. Papiere des Pharmakonzerns Merck gaben 2,3 Prozent nach. Merck weitet den bereits geplanten Stellenabbau aus und will seine Kosten damit um jährlich eine Milliarde Dollar stärker senken.

Anteilsscheine des zweitgrößten US-Öl- und Gaskonzerns Chevron gaben 1,0 Prozent nach, obwohl das Unternehmen dank des hohen Ölpreises deutlich bessere Ergebnisse erzielte als erwartet. An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,21 Milliarden Aktien den Besitzer. 988 Werte legten zu, 2012 gaben nach und 97 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,33 Milliarden Aktien 1064 im Plus, 1460 im Minus und 116 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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