US-Futures vom Handel ausgesetzt
Wall Street droht der nächste „schwarze Freitag“

Nach den asiatischen und europäischen Börsen steht auch den US-Aktienmärkten ein rabenschwarzer Tag bevor. An den Terminbörsen fielen die Future-Kontrakte auf die führenden amerikanischen Indizes so stark, dass sie zeitweise nicht gehandelt werden konnten.

NEW YORK. An der Wall Street droht zu Markteröffnung an diesem Freitag ein neuerlicher drastischer Einbruch. Die Terminkontrakte auf die führenden Indizes wurden zeitweise vom Handel ausgesetzt, um den Händlern eine Atempause zu verschaffen und weitere Panikverkäufe zu verhindern. Zuvor hatten die Futures auf den Dow und den S&P 500 jeweils 6,7 Prozent verloren.

Vor Börseneröffnung schwankte die Stimmung am Parkett der Wall Street zwischen Hoffnung und Banken. Marktexperten schätzen, dass der S&P 500 um rund neun Prozent fallen wird. „Es ist beängstigend“, sagte Arthur Chin, Händler der UBS an der New Yorker Börse. Um die Stimmung der Akteure zu beschreiben, zitierte er den Gruß römischer Gladiatoren, bevor sie in die für sie lebensgefährlichen Gefechte gingen: „Ave Cesar. Die Totgeweihten grüßen Dich!“, sagte er und legte die rechte Faust auf sein Herz. Das sei kein Witz, fügte er hinzu. Man könne nur hoffen, dass man vor der seit langem erwarteten Kapitulation am Markt stehe, nach der es dann wieder hoch gehe.

„Ich würde mich nicht wundern, wenn wir den Dow heute unter 8 000 Punkten sehen“, sagt auch Tom Hougaard, Marktstratege bei City Index. "Wir sind einfach in Panikstimmung, ich weiß nicht, wie man es anders beschreiben soll", fügte er hinzu. Am Donnerstag hatte sich der Dow Jones Index erstmals seit Tagen leicht erholt und bei 8 691 Punkten geschlossen.

Der Verfall der Terminkontrakte (Futures) auf die wichtigen Indizes an der Nasdaq und des S&P500 an diesem Freitagmorgen wurde am Morgen durch den von Konjunktursorgen ausgelösten Einbruch an den asiatischen Märkten ausgelösst. Daraufhin griff in den USA die so genannte "Limit Down Rule". Hinter dieser Regel versteckt sich ein Mechanismus, der die Märkte zu Atem kommen lassen soll. Erreichen die Futures vorgegebene Grenzen für den maximalen Verlust, werden weitere Verkäufe verboten. Sie können dann für eine halbe Stunde nicht mehr fallen. Wird der Handel wieder aufgenommen, können die Terminkontrakte wieder bis zur Maximalgrenze fallen, bevor der Handel erneut eingefroren wird.

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