Vorschau auf die Börsenwoche
Wall Street: Konjunktur steht diese Woche im Mittelpunkt

Erneut wird in dieser Woche an der Wall Street die Konjunktur im Mittelpunkt stehen. Dabei werden nach Einschätzung von Händlern gute Daten aber kaum reichen, um die Kurse weiter in die Höhe zu treiben. Die Daten müssten schon deutlich besser ausfallen als erwartet, um die Investoren von neuen Aktienkäufen zu überzeugen.

Reuters NEW YORK. Insgesamt wird damit gerechnet, dass die zahlreichen Statistiken einen Aufschwung der US-Wirtschaft bestätigen. Händler erwarten aber ein relativ geringes Interesse der Investoren überhaupt, da viele Marktteilnehmer noch in Urlaub seien. Die Ferienzeit in den USA erreicht Ende August ihren Höhepunkt, ehe sie traditionell nach dem ersten Montag im September, dem Labor Day, zu Ende geht.

Gute Zahlen werden nicht gut genug sein

„Bessere Zahlen sind schon im Markt eingebaut“, erklärt John Davidson, Präsident und Chief Executive von PartnerRe Asset Management, die ein Vermögen von rund sechs Milliarden Dollar betreuen, am Freitag in New York. „Wenn die Zahlen so kommen, wie erwartet, wird das den Markt unterstützen. Aber sie dürften kaum reichen, um den Markt nach oben zu treiben.“ Stanley Nabi, Managing Direktor bei Credit Suisse Asset Management, die rund 312 Milliarden Dollar weltweit betreuen, sieht das ähnlich. Allgemein werde mit einer Bestätigung oder Fortsetzung der Erholung der Wirtschaft gerechnet. „Auf der anderen Seite, vermute ich, dass der Markt so vor sich hin dümpeln und sehr wenig tun wird.“

Schon am Freitag hatten Gewinnmitnahmen im Tagesverlauf die Anfangsgewinne im Sog der überraschende Anhebung der Umsatzprognose durch Intel wieder wett gemacht. Der technologielastige Nasdaq-Index hat in den vergangenen beiden Wochen mehr als sieben Prozent dazugewonnen.

Nach Angaben von Händlern wird unter anderem in dieser Woche die zweite Schätzung des Bruttoinlandsproduktes für das zweite Quartal von Bedeutung sein. Von Reuters befragte Analysten rechnen mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von drei Prozent. Bei der ersten Schätzung war das Handelsministerium von 2,4 Prozent ausgegangen. Zudem hatte das Ministerium erläutert, dass der größte Anstieg der Militärausgaben seit dem Korea Krieg in den 1950er Jahren das Wachstum in der US-Wirtschaft mit angeschoben habe. Die BIP-Daten werden am Donnerstag veröffentlicht.

Zuvor wird am Dienstag die Statistik zur Auftragslage für langlebige Güter wie Waschmaschinen oder Kühlschränke, generell Produkte mit einer Lebenszeit von mehr als drei Jahren, veröffentlicht. Von Reuters befragte Analysten erwarten einen Anstieg um 0,9 Prozent im Juli. Ebenfalls am Dienstag steht der viel beachtete Verbrauchervertrauens-Index des Conference Board an. Analysten rechnen für August mit einem Anstieg auf 80 Punkte. Im Juli war der Index auf 76,6 gefallen. Am Freitag wird zudem die Universität von Michigan den endgültigen Stand ihres Index zum Verbrauchervertrauen bekannt geben. Experten erwarten eine leichte Revision nach unten auf 90,5 von 90,9 im vorläufigen Bericht.

Von Interesse für den Markt sind auch die Daten zum US-Immobilienmarkt. Zudem komme dem Wochenbericht vom US-Arbeitsmarkt am Donnerstag einige Bedeutung zu. Mit Spannung warten die Investoren auf Signale, ob sich der Wirtschaftsaufschwung allmählich auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirkt.

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