Wall Street Ausblick
Die Bilanzen rücken in den Fokus

Nachdem zuletzt vor allem US-Notenbank-Chef Ben Bernanke die Börsen bewegte, dürften in der kommenden Woche die Quartalszahlen in den Vordergrund rücken. Mit dabei sind Apple, Facebook, McDonald's und UPS.
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New YorkIm Fokus der Anleger an der Wall Street stehen aktuell die Banken. Angeführt von Morgan Stanley und Goldman Sachs haben die Geldinstitute im zweiten Quartal an der Börse ein Erlösplus von 42 Prozent eingefahren. Der Anstieg ist der stärkste seit über drei Jahren. Nach dem schwachen Jahr 2012 zeigt der Aktienhandel wieder eine deutlich Aufwärtsbewegung. Auch bei anderen Werten rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg.

„Ein Mix aus besseren Konjunkturdaten, kaum vorhandenen Risiken am Zinsmarkt und einer recht positiven Berichtssaison sollte den Markt weiter nach oben treiben“, sagt Marktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. In der vergangenen Woche hat der Dow Jones 0,5 Prozent zugelegt. Nach Einschätzung von Rahn hat vor allem die Klarstellung von Fed-Chef Ben Bernanke, wonach die Geldpolitik der US-Notenbank noch lange expansiv bleiben wird, Investoren spürbar beruhigt. „Der Markt reagiert immer noch vor allem auf die US-Geldpolitik“, erläutert Rahn.

In der kommenden Woche dürften jedoch auch die Bilanzen wichtiger werden. „In diesem Jahr hat bisher die Fed für einen Aufwärtstrend gesorgt“, sagt Kristina Hooper von Allianz Global Investors in New York. „Aber zu einem bestimmten Zeitpunkt müssen die Bilanzen in den Mittelpunkt rücken.“ Davon gibt es in den kommenden Tagen reichlich, denn Größen wie Apple, Boeing und Facebook gewähren Einblick in ihre Bücher ebenso wie AT&T, McDonald's, Ford, Visa und UPS. Den Technologieriesen Apple dürften sich die Anleger nicht zuletzt deshalb genau ansehen, weil in derselben Branche Microsoft und Google in der vergangenen Woche mit verfehlten Markterwartungen für Unruhe gesorgt hatten.

Bisher haben die Unternehmen, die schon in den USA und Europa über ihren Geschäftsverlauf informiert haben, recht optimistische Signale ausgesendet. „Der bisherige Verlauf war nicht unerfreulich“, sagt Kapitalmarktstratege Hans-Jörg Naumer, von Allianz Global Investors. Bislang hätten 65 Prozent der US-Unternehmen die Analystenerwartungen übertroffen. „Besonders aus dem Bankensektor kamen erfreuliche Meldungen.“

So hat Morgan Stanley im Handel mit Aktien und Aktienderivaten sowie dem Prime-Brokerage-Geschäft 1,81 Milliarden Dollar eingenommen und sich an die Spitze des Feldes gesetzt. Damit schlägt die Bank erstmals seit mindestens zwei Jahren den Konkurrenten Goldman. Den stärksten Anstieg bei den Einnahmen in dem Bereich verzeichnete die Citigroup mit 68 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Im vergangenen Jahr waren die Erlöse im Aktienhandel bei den größten Banken weltweit das dritte Jahr in Folge gesunken. Dazu trugen ein geringeres Handelsvolumen sowie der Abfluss von mehr als 300 Milliarden Dollar aus Aktienfonds bei, wie Daten des Branchenverbandes Investment Company Institute zeigen. Inzwischen dürften steigende Marktzinsen mehr Anleger von Anleihen in Aktien wechseln lassen. In den ersten fünf Monaten des Jahres zeigen die Daten des ICI wieder Kapitalflüsse in Aktienfonds an.

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