Wall Street
Japan-Krise zieht US-Börsen ins Minus

Die Händler fürchten zunehmend, dass die Japan-Krise, hohe Öl- und Rohstoffpreise das Wirtschaftswachstum bremsen. Zudem enttäuschen die ersten Quartalszahlen vieler US-Unternehmen. Der Dax verlor rund ein Prozent.
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New York

Enttäuschende Quartalszahlen des US-Aluminiumkonzerns Alcoa, ein Preisrutsch beim Öl und eine katastrophale Bewertung der japanischen Atomprobleme haben die US-Börsen am Dienstag ins Minus gedrückt. Anleger zeigten sich vorsichtig, nachdem die Atomkatastrophe in AKW Fukushima genauso schwer eingestuft wird wie Tschernobyl und ein neues Nachbeben den Nordosten Japans erschütterte.

Zugleich sorgten die Februar-Zahlen vom US-Außenhandelsdefizit für Beunruhigung, da sie auf eine gesunkene weltweite Nachfrage hindeuteten. Die Händler fürchten zunehmend, dass die Japan-Krise, hohe Öl- und Rohstoffpreise das Wirtschaftswachstum bremsten, sagte Mark Bronzo von Security Global Investors. Energiewerte verloren am stärksten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss ein Prozent tiefer bei 12.263 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 12.233 und 12.381 Zählern gependelt hatte.

Der breiter gefasste S&P-500-Index sank um 0,8 Prozent auf 1314 Zähler.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte ein Prozent ein und schloss bei 2744 Stellen.

In Frankfurt schloss der Dax 1,4 Prozent tiefer bei 7102 Punkten.

Alcoa - der als Konjunkturbarometer geltende Konzern - hat zum Start der US-Berichtssaison die Börsianer enttäuscht. Der Umsatz blieb trotz eines kräftigen Zuwachses hinter den Erwartungen zurück. Die Aktie gab sechs Prozent nach. Der operative Gewinn von 309 Millionen Dollar habe zwar die Erwartungen übertroffen, in diesem Quartal liege der Fokus aber auf dem Umsatz, begründete Donald Selkin von National Securities das Kaufverhalten.

Im Fokus standen zudem Rohstoffwerte. Anleger folgten einer Empfehlung der US-Bank Goldman Sachs und strichen Gewinne ein. Das Institut hatte erklärt, es bestehe eine große Wahrscheinlichkeit, dass sich der Aufwärtstrend bei den Rohstoffpreisen umkehre. Die in New York notierten Aktien von Rio Tinto verloren 2,3 Prozent. Die Goldman-Empfehlung drückte den Ölpreis. Die Notierung der für die USA richtungweisenden Ölsorte WTI sank um 3,7 Prozent auf 105 Dollar.

Energiewerte verloren mit am stärksten. Der zweitgrößte Ölkonzern der USA, Chevron, rechnet zwar im ersten Quartal mit einem höheren Ergebnis als im vorherigen Quartal. Diese Nachrichten halfen den Papieren jedoch nicht ins Plus - in Folge der Goldman-Einschätzung schloss die Aktie 3,3 Prozent im Minus.

Monsanto-Papiere stiegen um 3,1 Prozent. Auslöser waren Gerüchte, BASF könnte an dem am US-Agrochemiekonzern interessiert sein. Die beiden Firmen wollten sich nicht äußern. Monsanto ist an der Börse mit rund 36 Milliarden Dollar bewertet. Einem Banker zufolge müsste BASF für eine Übernahme mindestens 100 Milliarden Dollar bieten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 950 Millionen Aktien den Besitzer.

756 Werte legten zu, 2225 gaben nach und 113 blieben unverändert.

An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,82 Milliarden Aktien 638 im Plus, 1989 im Minus und 102 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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