Welthandelsindex
Wachstum dank Draghi

Deutsche Firmen profitieren von der lockeren Politik der Notenbanken und lassen sich durch globale Krisen nur kurzzeitig bremsen. Vor allem die binnenwirtschaftliche Nachfrage in Asien und den USA kurbelt den Handel an.
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FrankfurtGeopolitische Spannungen wie etwa in der Ukraine und im Irak haben die Investoren zuletzt weltweit verunsichert. Internationale Organisationen dämpfen bereits ihre Aussichten für die weitere Konjunkturentwicklung. So reduzierte die Weltbank ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2014 auf 2,8 Prozent, das ist fast ein halber Prozentpunkt weniger als zuvor.

Markus C. Zschaber, Chef der gleichnamigen Vermögensverwaltung, geht jedoch davon aus, dass es sich nur um temporäre Bremswirkungen handelt: „Bereits im zweiten Quartal, vor allem aber im dritten Quartal dürften Aufholeffekte stattfinden.”

Seine Zuversicht basiert auf der Analyse des globalen Handels. Der Welthandelsindex (www.welthandelsindex.de), den er jeden Monat exklusiv für das Handelsblatt berechnet, stieg im Mai leicht auf 71,6 Punkte. Das Barometer fasst alle relevanten Daten aus den vier primären Transport- und Handelswegen - Schifffahrt, Schiene, Straße und Lufttransport - zusammen. Indexstände von mehr als 50 Punkten deuten auf einen wachsenden Welthandel hin.

Vor allem in den USA, Asien und Teilen Europas sieht Zschaber eine hohe binnenwirtschaftliche Nachfrage, die die zunehmenden Handelsaktivitäten verdeutliche. Er rechnet daher mit einem Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr von vier Prozent.

Unterstützend wirken laut Zschaber auch die jüngst angekündigten Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB), die unter anderem eine Leitzinssenkung und negative Zinsen für Bankeinlagen bei der Notenbank umfassen: „Die Botschaft ist klar - billiges Geld wird noch auf Jahre hinaus erhalten bleiben.” Dies werde eine Beschleunigung der Weltwirtschaft hervorrufen.

Vor allem Deutschland sollte Zschaber zufolge von dieser Entwicklung wesentlich profitieren können. Denn mit der zunehmenden internationalen Verflechtung der Handelsstrukturen werden eine weitere Automatisierung und Flexibilisierung der Produktionsstrukturen immer bedeutsamer. „Hier gilt die deutsche Industrie als positionsstark und wettbewerbsfähig”, erklärt der Vermögensverwalter.

Gerade die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine werde innerhalb des Herstellungsprozesses eine noch größere Rolle einnehmen. „Ich bleibe nachhaltig sehr zuversichtlich für deutsche Aktien und präferiere die Branchen Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie, Automobil und Infrastruktur”, so Zschaber weiter. Als kaufenswerte Unternehmen bezeichnet er unter anderem das IT-Unternehmen Bechtle und den Pharmakonzern Bayer.

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