Wochenausblick
Wall Street hofft auf gute Konjunkturdaten

In der vergangenen Woche hat der Dow Jones ein Prozent verloren und auch in der kommenden Woche könnten negative Nachrichten das Bild bestimmen: Über allem steht die Frage, ob die Erholung der Wirtschaft weitergeht.
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Aus den USA stehen am Mittwoch der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe und am Freitag die Jobdaten im Fokus. "Markiert der enttäuschende US-Arbeitsmarktbericht für August nur einen Ausreißer? Oder verliert die Erholung an Schwung?", kommentiert die Commerzbank.

Der Dow-Jones-Index beendete den Handel am Freitag ein Prozent höher bei 17.113 Punkten, der S&P 500 bei 1983 Zählern und die Nasdaq Nasdaq bei 4512 Stellen. Auf Wochensicht verlor der Dow dennoch ein Prozent, der S&P-500 1,4 Prozent und die Nasdaq 1,5 Prozent. Beim Blick auf die kommende Woche fragten sich die Börsianer an der Wall Street unter anderem, ob die mittlerweile vielerorts als unterbewertet geltenden Bank-Aktien eine gute Kaufgelegenheit darstellten oder nicht.

Am Donnerstag werden die Händler in New York aber auch ein Auge nach Europa werfen, wenn die Europäische Zentralbank zu ihrer Ratssitzung zusammenkommt. Allerdings wird Präsident Mario Draghi nach Meinung der meisten Experten keinen weiteren Paukenschlag wie die überraschende Zinssenkung im September parat haben. "Draghis Waffe ist nicht geladen", meinen die Analysten der UBS.

Vielmehr werden Details zu den geplanten ABS-Käufen erwartet. Die EZB will den Banken in großem Stil Kreditverbriefungen (ABS-Papiere) und Pfandbriefe abkaufen. Sie will damit die Kreditklemme in einem Teil der Währungsunion aufbrechen und die lahmende Konjunktur ankurbeln. Das genaue Volumen des ABS-Programmes werde Draghi wohl nicht bekanntgeben, sagen die Analysten von Nordea voraus. "Wir erwarten auch keinen konkreten Zeitraum, eher so etwas wie 'mittelfristig' oder 'innerhalb von zwei bis drei Jahren'".

Noch spannender wird es auch aus US-Sicht, wenn es um das Thema mögliche EZB-Anleihekäufe - sogenanntes Quantitative Easing (QE) - geht. Draghi betont immer wieder, der schwächelnden europäischen Konjunktur auf die Beine helfen zu wollen und nährt Spekulationen auf baldige breit angelegte EZB-Anleihekäufe. Die Tür dafür sei offen, sagt die UBS. Allerdings sei die Wahrscheinlichkeit dafür aufgrund der ABS-Käufe vorerst geringer geworden.

Andere Experten sehen Draghi wegen der stetig fallenden Inflationsrate in der Euro-Zone unter Zugzwang, denn das Teuerungsziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent rückt in immer weitere Ferne. "Der Druck auf der Notenbank, noch mehr zu tun, bleibt also hoch", urteilt Michael Schubert von der Commerzbank. "Auch deswegen dürfte die EZB am Ende - vermutlich im ersten Halbjahr 2015 - auf breiter Front Staatsanleihen kaufen." Vor diesem Hintergrund werden Investoren mit Argusaugen die Entwicklung der europäischen Verbraucherpreise am Dienstag betrachten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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