Internationale Presseschau
Noch 20 Jahre bis zur Pleite

Die internationale Presse warnt am Montag vor Überreaktionen auf die Krise auf den Finanzmärkten. Das Wall Street Journal sucht nach Gründen für die US-Luftfahrtkrise. Der Guardian bemerkt wachsenden "E-Mail-Stress" bei Managern. Das Fundstück kommt aus dem Spiegel, der in das tiefste Millionengrab der deutschen New Economy blickt.

Subprime-Krise

Die Londoner » Times geht der Frage nach, ob die Turbulenzen auf den Finanzmärkten ein "Minsky-Moment" sind. Nach der Theorie des Ökonomen Hyman Minsky bauen Firmen in guten Zeiten ihre Strukturen auf Schulden auf. Steuere eine Branche (wie zuletzt der US-Immobiliensektor) in eine Krise, zögen die nervösen Kreditgeber ihr Geld auch von anderen Märkten ab - mit bösen Folgen für die gesamte Wirtschaft. "Wenn herauskommt, dass sich eine weitere große europäische oder US-Bank den Subprime-Risiken ausgeliefert hat, dann droht uns ein wilder Ritt. Wenn nicht - und wenn die Darlehensgeber langsam wieder in den Markt zurück kriechen -, dann ist der Minsky-Tag fern - noch."

Der » Herald Tribune -Kommentator warnt vor Überreaktionen: "Ich weiß nicht, wo das Ende der Subprime-Krise ist oder wie groß die Probleme bei Bear Stearns sind. Ich weiß aber, dass die Marktreaktionen in keinem Verhältnis mehr stehen zu den realen Problemen, die aufgedeckt worden sind." Die US-Wirtschaft sei sehr stark, die Gewinne der Firmen fantastisch und die Weltwirtschaft wachse explosionsartig. "Einige clevere, mutige Leute machen in diesen Tagen ein Vermögen. Bald werden wir uns wundern, wovor alle überhaupt Angst hatten", schreibt das Blatt.

Weniger optimistisch ist die Neue Zürcher Zeitung: Sie fürchtet, die "nächste Bombe" in der Finanzmarktkrise könnte bei den Versicherungen hochgehen. Es gebe Hedge-Fonds, die sich gegen hohe Verluste in ihrem Portfolio abgesichert hätten; verliere der Hedge-Fonds beispielsweise innerhalb einer festgelegten Periode mehr als 25%, trete der Versicherungsfall ein: Der Verlust verschiebe sich damit vom Fonds zum Versicherer oder Rückversicherer.

Siemens

Die » Süddeutsche Zeitung schreibt zu ihrem Bericht, dass die internen Ermittler bei dem Siemens mittlerweile dubiose Zahlungen von rund 1,2 Mrd Euro in der Kommunikations- und in der Kraftwerkssparte aufgedeckt haben: "Wer glaubt, der Siemens-Konzern werde unter Peter Löscher zur Ruhe kommen, sieht sich nach nur wenigen Wochen getäuscht." Immerhin falle es dem neuen Chef erkennbar leichter, Konsequenzen aus den Ermittlungsergebnissen zu ziehen. Die Entlassung des früheren Anti-Korruptionsbeauftragten Albrecht Schäfer, an dem der Konzern vorher monatelang festgehalten habe, "dürfte nicht der letzte Rauswurf des neuen Chefs sein", meint die SZ.

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