Internationale Presseschau vom 13.5.2009
Keine Angst vor Armageddon auf dem Ölmarkt

Die internationale Wirtschaftspresse fragt sich, warum die Preise für Öl und andere Rohstoffe wieder so kräftig steigen. Laut New York Times wurden Milliarden Dollar kurz vor Bernard Madoffs Verhaftung aus der Betrugsfirma abgezogen. Die Börsen-Zeitung lehnt die Sanktionen der EU gegen die WestLB ab. Fundstück: Zehn Dinge, die Ihre Bank Ihnen verschweigt.

Gestern habe der Ölpreis mit 60 Dollar pro Barrel sein Halbjahreshoch erreicht, berichtet die Financial Times. Gründe dafür seien erste Anzeichen für eine Abschwächung der Rezession, der schwache Dollar sowie eine größere Risikobereitschaft der Händler. „Die Angst vor einem totalen Armageddon auf den Rohstoffmärkten schwindet“, zitiert das Blatt einen Analysten. Auch andere Rohstoffe hätten nachgezogen. Der Preis für Zucker habe ein Drei-Jahres-Hoch erreicht, Weizen sei so teuer wie seit Januar nicht mehr, und der Preis für Zinn habe ein Halbjahres-Hoch erzielt. Eine mögliche Erklärung sei Chinas Einkaufstour auf den Rohstoffmärkten: Peking versuche, die Gunst der Stunde und die niedrigen Preise in den vergangenen Monaten zu nutzen. Die Ölimporte im Reich der Mitte hätten im April beinahe die Rekordmarke erreicht.

Auch das Wall Street Journal sieht China als den Hauptauslöser für den Preisanstieg auf dem Ölmarkt. Während sich die Nachfrage in den USA auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren befinde, sei China knapp an einem Import-Rekord von Erdöl vorbei geschrammt. Zwar könnten die hohen Preise eine Erholung der Wirtschaft in den westlichen Staaten bremsen, allerdings sei das Preiswachstum auch vorbeugend für eine künftige Rallye. „Die Öl-Giganten Exxon Mobil oder Royal Dutch Shell sehen die 60-Dollar-Marke als Schwelle zur Profitabilität“, schreibt das Blatt. Die Firmen sind dadurch wieder in der Lage, in neue Projekte zu investieren, sodass die Wahrscheinlichkeit von Lieferengpässen in der Zukunft gemindert wird. „Der jetzige, gemäßigte Preisanstieg kann eine zukünftige Preisexplosion abwenden“, fasst das Blatt zusammen. Das wiederum könne der Weltwirtschaft aus der Rezession helfen.

Businessweek macht dagegen in erster Linie Spekulanten für den kürzlichen Anstieg der Ölpreise verantwortlich. Die Ölvorräte in den USA seien so hoch wie seit 19 Jahren nicht mehr, während die Nachfrage weiter falle. „Die steigenden Preise beruhen eher auf Handelsspekulationen, denn auf einer wirtschaftlichen Erholung“, schreibt das Blatt. Riesige Ölmengen würden nur gekauft, um die Lager zu füllen. In Zukunft würde es aber zunehmen schwerer werden, freie Lagerkapazitäten zu finden, weshalb die Preise wieder sinken würden. Businessweek spricht von einem Déjà-vu: „Ist der Ölpreis nicht er vor kurzem auf die Rekordmarke von 147 Dollar pro Barrel geklettert, nur um dann auf 32 Dollar abzustürzen?“, fragt die Zeitung ironisch.

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