Internationale Presseschau vom 16.7.2009
Piëch triumphiert, Wiedeking besiegt

Die internationale Wirtschaftspresse kommentiert die Übernahmeschlacht zwischen VW und Porsche, die möglicherweise vor der Entscheidung steht. Die Börsen-Zeitung gibt keine Entwarnung bei der LBBW. Die NYT widmet sich der deutschen Kreditklemme. Cinco Días blickt besorgt auf die spanischen Opel-Werke. Fundstück: Kochen wie die Manager.

Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland steht der Übernahmestreit zwischen VW und Porsche vor der Entscheidung. Die Porsche-Eigner hätten sich grundsätzlich auf ein Modell für einen integrierten Konzern geeinigt, nach dem Volkswagen rund 49 Prozent des Sportwagenbauers erhalten solle; der Konzern werde außerdem für einen externen Investor, voraussichtlich das Emirat Katar, geöffnet. Während sich VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch also mit seinem Plan durchgesetzt habe, sei Porsches Vorstandschef Wendelin Wiedeking gescheitert mit dem Versuch, die Macht bei VW zu übernehmen - er bereite sich bereits auf einen Rückzug vor (was gestern bereits die Wirtschaftswoche gemeldet hatte). Im Kommentar schreibt die FTD, es sei für VW das Beste, wenn der Konzern Porsche kaufe - selbst um den Preis, dass Porsche-Chef Wendelin Wiedeking dann gehen müsse. "Die VW-Führung wäre damit ihre größte Sorge los: dass umgekehrt Porsche die Mehrheit an VW übernimmt, sich dabei überhebt und dann womöglich in die Insolvenz rutscht. Europas größter Autokonzern, gefesselt durch einen handlungsunfähigen Großaktionär - man muss VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch nicht mögen, um dieses Szenario abschreckend zu finden."

Die Süddeutsche Zeitung kritisiert den Machtkampf der Vettern Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche, die sich auf eine Strategie für beide Firmen bisher nicht hätten einigen können - ihnen sei offenbar das Schicksal von 400.000 Beschäftigten bei VW und Porsche weniger wichtig als der Wunsch, die andere Seite zu besiegen. Die Sippen riskierten sogar ein spektakuläres Finale am 23. Juli, dem Tag, an dem VW und Porsche je eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung angesetzt haben. "In den Sitzungen geht es um die Zukunft beider Unternehmen. Aber auf den Treffen sollen einander widersprechende Dinge beschlossen werden. Wie soll das gehen, wenn in beiden Fällen die Gegner Piëch und Wolfgang Porsche mit am Tisch sitzen? Weil die VW-Sitzung auch noch kurzfristig vor die von Porsche gelegt wurde, zeichnet sich ab, dass es in einer der Runden zum Eklat kommt."

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