Internationale Presseschau vom 17.6.2009
Saab zu klein zum Überleben

Die internationale Wirtschaftspresse prophezeit Saab trotz seiner Übernahme durch Koenigsegg eine schwere Zukunft. Vedomosti kommentiert Gazproms Sparkurs. Die Financial Times analysiert den dramatischen Absturz der lettischen Wirtschaft. Die Asia Times erwartet nach dem BRIC-Treffen eine kapitalistische Finanzrevolution. Fundstück: das Ende des Eigentums.

Die Übernahme der GM-Tochter Saab durch den schwedischen Luxus-Autobauer Koenigsegg ist, einer Analyse des schwedischen Wirtschaftsmagazins Affärsvärlden zufolge, in Wahrheit der Versuch des kleinen Sportwagenherstellers, sich selbst zu retten. Mit den Saab-Ingenieuren stünden dem Unternehmen die notwendigen Entwicklungs-Ressourcen zur Verfügung, um elektro- oder hybridbetriebene Sportwagen für eine größere Kundengruppe herzustellen. Als wichtiger Finanzier für die Saab-Übernahme gilt der norwegische Unternehmer und Koenigsegg-Miteigner Bård Eker. Allerdings verfüge Eker bei weitem nicht über das notwendige Kapital für die Fortsetzung der seit Jahren fast chronisch Verlust bringenden Produktion der GM-Tochter. „Bis Saab im Jahr 2011 die Verlustzone verlässt, wird wohl der schwedische Staat mit entsprechenden Garantien einspringen müssen“, spekuliert das Blatt.

BusinessWeek fragt sich, ob Saab es überhaupt Wert sei, gerettet zu werden. Der Absatz sei zum Vorjahresmonat um mehr als die Hälfte eingebrochen. Koenigsegg werde daher gezwungen sein, möglichst schnell neue Modelle bei Saab an den Start zu bringen. Insgesamt erinnere die Übernahme Saabs an den Kauf von MG Rover durch das britische Phoenix-Konsortium im Jahr 2000. Rover sei die letzte rein britische Marke gewesen. Doch alle Versuche, sie wiederzubeleben, seien gescheitert. 2005 habe das Unternehmen Insolvenz angemeldet. „Vielleicht haben auch diesmal ein paar Autonarren beschlossen, eine Heimatmarke zu retten“, mutmaßt das Blatt. Es liege jedenfalls bei Christian von Koenigsegg, nicht den gleichen Fehler zu begehen wie die Engländer. Eines sei jedenfalls sicher: „Koenigsegg wird der Name Saab viel mehr am Herzen liegen als GM, und das ist schon Mal ein Anfang“.

Während der Verkauf von Saab weitere Ungewissheiten im Insolvenzprozess des amerikanischen Konzerns General Motors ausräumt, sei die Zukunft des schwedischen Autobauers weiterhin unsicher, schreib das Wall Street Journal. Sollte der Deal durchgehen, sei die „luxuriöse Autoboutique“ Koenigsegg mit der Aufgabe konfrontiert, die jahrelang steigenden Verluste bei Saab in Gewinne umzukehren. Bisher habe das 22 Jahre alte Unternehmen stückweise Sportwagen für die Reichen gebaut. „Um Saab zu retten, müssen gewaltige Hindernisse überwunden werden“, schreibt das Blatt. So betrage Saabs Schuldenlast rund eine Milliarde Euro. Außerdem müsse das Unternehmen seine Ausgaben reduzieren und Zeit für den notwendigen Turnaround gewinnen. Neben Koenigsegg –mit einem 66-prozentigen Anteil – gehören auch die Norwegische Eker Holding mit 11,5 Prozent und der amerikanische Investor Mark Bishop mit 22,2 Prozent zu den neuen Aktionären.

Die New York Times hält Saab für zu klein zum Überleben. Im vergangenen Jahr habe der schwedische Autobauer insgesamt nur 93.000 Autos verkauft. Die Kundschaft von Saab sei zwar loyal, aber auch ziemlich klein. Die Übernahme durch Koenigsegg scheine eine kurzfristige Lösung zu sein, die das Kernproblem aber nicht beseitige. „Saab ist zu klein, um damit langfristig Geld zu verdienen“, zitiert das Blatt einen Experten. Währenddessen trenne sich GM neben Opel und Saab auch von anderen Marken, gibt die NYT ein Update: Die Marke Hummer gehöre nun einem chinesischen Hersteller, und Saturn sei nun Teil der Panske Automotive Group, einem der größten Händler in den USA. Bis 2010 solle die Marke Pontiac ebenfalls abgewickelt werden.

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