Internationale Presseschau vom 19.2.2009
„Kein Geld für Opel!“

Die internationale Wirtschaftspresse ist gegen eine staatliche Rettung des deutschen Autobauers. Laut Le Temps wackelt der Thron von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Fast Company kürt die 50 innovativsten Firmen weltweit, darunter auch ein deutsches Unternehmen. El Universal freut sich über riesige Ölvorkommen in Mexiko. Fundstück: Manta macht Mut.

„Kein Geld für Opel!“, bezieht die Zeit Position in der Frage, ob der Staat die GM-Tochter retten sollte. Ein Engagement des Staates, sei es über Bürgschaften oder einen Direkteinstieg, wäre nach Einschätzung der Hamburger waghalsig und unvernünftig. Zum einen wäre eine Herauslösung aus dem US-Konzern äußerst kompliziert, andererseits wäre Opel als Einzelunternehmen auch mit Staatshilfen kaum überlebensfähig – das Kernproblem bleibe, dass Opel zu wenige Autos verkaufe. Künftig dürfe die Regierung nur in den Branchen helfen, in denen eine Pleite zu einer Kettenreaktion führen würde, die nicht mehr zu kontrollieren wäre, wie bei der Hypo Real Estate. „Die deutsche Autoindustrie aber geht nicht unter, wenn Opel stirbt. Womöglich stehen die Konkurrenten hinterher sogar gestärkt da. Von einem ,systemischen Risiko' durch eine Opel-Pleite zu sprechen, ist deshalb Unfug.“

Aus Sicht der Welt wäre eine staatliche Hilfe für die Autoindustrie kontraproduktiv, da alte Strukturen – Überproduktion, globales Überangebot, falsche Typenkonstruktion, bewusst verschleppte Antriebstechnik – dadurch nur subventioniert würden. Gleichwohl befänden sich die Musterstaaten der Autoindustrie in einer scharfen Klemme: „Folgen sie den imperativen Marktimpulsen, anstatt das Unhaltbare zu zementieren, stehen ungleich mehr Arbeitsplätze zur Disposition als etwa im Bankgewerbe, dem kaum Mitgefühl zuströmt.“ Trotz Globalisierung würden die Industrien aus Instinkten, die keine Rechtfertigung suchten, als „national“ und in diesem Sinne verteidigenswert empfunden. Fazit der Welt: Ob der Schutz der Arbeitsplätze Priorität haben sollte oder die Stellensubvention letztlich Staaten und Geld auffresse und die Überproduktion zum Meer ausweite, entscheide sich in naher Gegenwart.

Das Wall Street Journal spricht sich mit Blick auf GM und Chrysler für ein Konkursverfahren aus. Die Regierung von Barack Obama habe kürzlich den Plan, einen Auto-Zaren zu ernennen, aufgegeben, weil keiner diesen „politischen Albtraum“ habe durchleben wollen. „Das alleine sollte der Regierung etwas zeigen. Solange dies eine politische statt finanzielle Übung bleibt, werden GM, Chrysler und die UAW die harten Entscheidungen hinauszögern. Nur ein Konkurs, so hart dieser sein möge, bietet die nötigen Werkzeuge und rechtliche Autorität, um alle Anteilseigner dazu zu zwingen, die Gewohnheiten zu ändern, die zur Ebbe bei den Unternehmen geführt haben.“ Das Schrumpfen von GM und Chrysler sei unvermeidlich; die einzigen Fragen seien, wie lange dies dauern und wieviel dies kosten werde.

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