Internationale Presseschau vom 21. September 2009
Die gefährlichen Ambitionen der Fed

Die internationale Wirtschaftspresse diskutiert den Plan der US-Notenbank Fed, die Lohnstrukturen von US-Banken zu kontrollieren, und wägt seine Erfolgsaussichten ab. Forbes beobachtet das US-Geschäft von Toyota. Der Economist zeigt, wie mit sozialen Netzwerken Geld gemacht wird. Fundstück: Die Angst der Beatles vorm Finanzamt.

Die US-Notenbank Fed plant, künftig die Lohnstrukturen von US-Finanzinstituten zu kontrollieren und gegebenenfalls korrigierend einzugreifen, wenn Gratifikationen nach ihrer Ansicht Banker zu riskanten Praktiken verleiten könnten. "Leicht versprochen, aber schwer umzusetzen", lautet der Kommentar des Wall Street Journals zu dem Plan. So wolle die Fed keine konkreten Gehaltsgrenzen vorschreiben, sondern Regeln erstellen, die in Zukunft vor einer ähnlichen Krise schützen sollen. "Doch die jüngste Geschichte lehrt uns, dass die Begrenzung von Gehältern in Unternehmen nahezu unmöglich ist." Entweder habe dies zu ungewollten Konsequenzen geführt, oder die Regeln seien von gerissenen Bankern aufgeweicht worden. "Der Bezahlung Limits zu setzen, bringt zudem ein Risiko mit sich: Talentierte Banker könnten zu Hedge- und Private Equity-Fonds abwandern - und die Krise von morgen herauf beschwören." Zwar erscheine angesichts der aktuellen Krise ein Eingriff ins Banken-Entlohnungssystem unumgänglich, doch letztlich müsse es gelingen, all jene Ideen umzusetzen, die Sinn machten - und nichts, was keinen Sinn mache.

Setze sich die Fed mit ihrem Plan durch, würde sie alle Banken in den USA hinsichtlich ihres Lohnsystems überwachen können, merkt BusinessWeek an. "Das sind rund 6.000 Finanzinstitute. Die größten, 25 Banken würden ihre eigenen Pläne entwickeln und der Fed vorlegen, bei den kleineren stünde die Fed beratend zur Seite." Damit würde die Fed zum ersten Mal in ihrer Geschichte zur Kontrollinstanz, um exzessives Inkaufnehmen von Risiken beim Handel mit Finanzprodukten zu unterbinden. "Der Plan ist die jüngste Antwort der US-Notenbank auf die Kritik, sie habe versagt beim Eingreifen gegen laxe Darlehenswirtschaft, rücksichtlose Spekulationen und andere Praktiken, die zur Finanzkrise führten", kommentiert das Blatt. Doch der Vorstoß berge Gefahren: "Es könnte den Klagen von Juristen und anderen Kritikern, die Fed gehe zu weit über ihr klar begrenztes Betätigungs- und Aufgabenfeld hinaus, neue Nahrung geben."

Das US-Wirtschaftsportal The Deal registriert verwundert die Meldungen von Wall Street Journal & Co. zu den Plänen der Fed: "Das ist kein überraschender Schritt, über die Begrenzung von Bankengehältern und-gratifikationen sprechen die Behörden seit vergangenen November." Und Fed-Chef Ben Bernanke habe die Notwendigkeit einer solchen Limitierung bereits im März publik gemacht. Das Portal vermutet, dass Gegner von US-Präsident Barack Obamas Idee, die Fed als oberste Regulierungsbehörde für alle wichtigen Finanzinstitute - Nicht-Banken eingeschlossen - zu etablieren, die Nachricht lanciert hätten. "Da aber auch andere Banken sich ähnliche Regeln auferlegen wollen, wirkt es einfach nicht glaubhaft, die Fed und ihren Plan jetzt als Beweis für ihre gefährlichen, imperialen Ambitionen zu werten."

Seite 1:

Die gefährlichen Ambitionen der Fed

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%