Internationale Presseschau vom 25.8.2009
P&G Warner Chilcott: „Die Banken sind zurück“

Die internationale Wirtschaftspresse analysiert Hintergrund und Konsequenzen aus dem Verkauf der Pharmasparte von Procter & Gamble an Warner Chilcott. Das Wall Street Journal kommentiert die Meldung, GM wolle Opel behalten. Der NYT-Blog Dealbook prognostiziert der Citigroup hohe Verluste. Fundstück: Die Château-Lafite-Rothschild-Blase.

Die Zeiten, in denen das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten von Innovation und dicken Gewinnen gekennzeichnet war, sind vorbei, kommentiert das Wall Street Journal in seinem Blog die Nachricht, dass Procter & Gamble genau diese Sparte für 3,1 Milliarden Dollar an Warner Chilcott verkaufen will. „Heute macht dieses Geschäftsfeld für P&G einfach keinen Sinn mehr.“ Die Pharmaindustrie diversifiziere derzeit in den Bereichen Markengenerika, Tiermedizin und Verbraucherprodukte, P&G sei aber bereits ein Gigant gerade im letztgenannten Bereich: „Warum sollte man sich in einer derartigen Position noch mit dem Verkauf von verschreibungspflichtigen Pillen gegen Kopfschmerzen abgeben?“ Dass der Deal auch zeige, wie sehr sich der Pharmamarkt verändere, unterstreiche zudem die Tatsache, dass man bei P&G als einen Grund für den Verkauf auch einen Gerichtsprozess gegen die Generika-Sparte von Boehringer Ingelheim nenne.

Mit der Refokussierung auf das Geschäft mit verschreibungsfreien Gesundheitsprodukten gehe Procter & Gamble einen ähnlichen Weg wie die Konkurrenten GlaxoSmithKline and Novartis, schreibt die Financial Times. Auch diese hätten ihre Investitionen in Entwicklung und Verkauf von nicht verschreibungspflichtigen Produkten für die Gesundheitsvorsorge merklich verstärkt, um unabhängiger zu sein hinsichtlich der Unwägbarkeiten bei der Neuentwicklung von Medikamenten und der auslaufenden Patente für bereits existierende Produkte. Warner Chilcott habe nun die Möglichkeit, zu einem Weltkonzern aufzusteigen: „Das in Irland angesiedelte Unternehmen kann nun im US-amerikanischen Markt expandieren und seine Produktreihe für urologische Beschwerden komplettieren.“

„Banken finanzieren wieder Übernahmen“, schlussfolgert das manager magazin aus dem von Procter & Gamble und Warner Chilcott angekündigten Deal. Denn das P&G endlich einen Käufer für sein Pharmageschäft gefunden habe, überrasche nicht. „Bemerkenswert dagegen ist, dass Banken dem Käufer Warner Chilcott insgesamt vier Milliarden Dollar für den Deal zur Verfügung stellen. Es ist eine der größten fremdfinanzierten Übernahmen des Jahres - und ein Zeichen für das Auftauen der Kreditmärkte.“ Sechs Banken unter Führung der Bank of America und JPMorgan Chase würden eine Finanzierung von insgesamt vier Milliarden Dollar zur Verfügung stellen - darunter auch eine Milliarde zur Umschuldung von Chilcott. Die Risikobereitschaft der Banken scheine demnach wieder zuzunehmen.

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