Presseschau
Die Krisen-Karawane zieht weiter

Zwar ist Griechenland trotz der Hilfen noch nicht über dem Berg, doch die Debatte in den Medien hat sich längst verlagert. Größtes Sorgenkind: Spanien. Soll deshalb der Rettungsschirm ausgebaut werden? Die Presseschau.
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Zwar ist Griechenland trotz der Hilfen noch nicht über dem Berg (siehe „Menschen und Meinungen“), doch die Debatte hat sich längst verlagert. Im Spiegel erklärt Wolfgang Münchau, die wahren Probleme der Eurozone lägen in Spanien. Der von Brüssel verordnete Sparkurs treibe ein ganzes Land in die ökonomische Depression. Das Land sei auch der eigentliche Grund, warum wir jetzt eine Debatte über die Erweiterung des Rettungsschirms hätten. Fazit: Der von Deutschland durchgeboxte Fiskalpakt bewirke das Gegenteil des beabsichtigten Effekts und treibe Länder wie Spanien zunächst in die Schuldenfalle, dann unter den Rettungsschirm und mache am Ende die gemeinsame Haftung der Euro-Staaten für die Schulden der Mitgliedstaaten nötig.

Die britische Financial Times berichte, dass die Europäische Union Beruhigungspillen austeilt: Der spanische Bankensektor benötigt demnach keine Geldspritzen durch den EU-Rettungsfonds – trotz der Sorgen, die Institute könnten dabei scheitern, bis Jahresende weitere 50 Milliarden Euro an Eigenkapital aufzubauen.

Das FT-Blog Alphaville sieht die neue Regierung von Premierminister Mariano Rajoy (Foto) unter Druck, endlich Reformen umzusetzen. Die Schonfrist, die die Märkte dem im Dezember angetretenen Premier möglicherweise gegeben hätten, sei vor wenigen Wochen beendet worden, als Rajoy erklärt habe, Spanien werde seine Haushaltspläne nicht erfüllen können.

Kommentare zu " Presseschau: Die Krisen-Karawane zieht weiter"

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  • Es wird Zeit, dass die deutschen Medien endlich anfangen die Bevölkerung aufzuklären. Wo bleiben die Artikel über den Blanko-Scheck ESM? Wo bleibt die Aufklärung über die wirklichen Risiken für Deutschland? Warum redetn die Medien unseren Politikern nach dem Munde?

    Und wo bleiben die Juristen, die vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, da gegen nationale und EU-Gesetze verstossen wurde und wird?

    Es ist an der Zeit das Deutschland sich aus dem EURO und der EU verabschiedet. Laut den Maastricht-Verträgen besteht diese Möglichkeit wenn die darin enthaltenen Stabilitätskriterien gebrochen werden.

    Die EU in der jetzigen Form und der EURO schaden allen EU-Ländern. Sinnvoll wäre es diesen Fehler einzusehen und wieder zurück in Richtung EWG mit nationalen Währungen zu gehen. Die ganzen Bevormundungs- und Vereinheitlichungsinstitutionen der EU braucht niemand. Durch die Abschaffung könnten alle EU-Länder Mrd.-Beträge einsparen.

  • Gebe Ihnen vollkommen Recht!
    Und jeder, der noch halbwegs sein Gehirn benutzen kann, sieht das vermutlich genauso.
    Aber die Meinung des Volkes hat die Politiker noch nie interessiert. Das war schon immer so, nur wurde es dem Volk nicht bewusst. Der "Michel" glaubt ja, er könne mit seiner Stimmabgabe bei der "demokratischen" Wahl mitbestimmen. Mittlerweile merken aber immer mehr, dass das ganze System eine Farce ist. Das sieht man an der Wahlbeteiligung!
    "Regiert" wurde schon immer nur für eine Minderheit. Die Masse, das Volk, darf / muss nur bezahlen!
    Leider sind 99% der Bürger in ihrem Hamsterrad gefangen. Die Wenigen, die noch "frei" sind können dem Land den Rücken kehren. Doch seien wir mal ehrlich: in anderen Ländern läuft's leider ähnlich bzw. noch schlimmer!
    Geld regiert überall die Welt!

  • SO sehe ich die Situation auch! Alles andere ist nur Politiker-Gepl#nkel - Hinhaltetaktik und Verar.... pur!

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