Presseschau
Draghis Abschied vom Bundesbank-Vorbild

Die EZB lässt den Leitzins auf Rekordtief. Das dürfte den europäischen Krisenstaaten helfen, für Deutschland aber eher zum Problem werden. Die Wirtschaftspresse hat den Schritt kritisch aufgenommen. Die Presseschau.
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Die EZB hat den Leitzins in der Eurozone auf dem Rekordtief von einem Prozent belassen. Das war erwartet worden. Kritisch aufgenommen wurden aber die anschließenden Worte des italienischen EZB-Chefs  Mario Draghi, für den es eine Abkehr von der Politik des billigen Geldes so bald nicht geben soll. 

„Einmal mehr macht sich der Südländer die Welt wie sie ihm gefällt und verschleiert die wahre Dramatik der Situation. Eine EZB nach Vorbild der Bundesbank wird es unter dem Ex-Goldman-Sachs-Banker Draghi nie geben“, kritisiert die Wirtschaftswoche. Ähnlich bewertet die Financial Times Draghis Rede.

Laut Börsen-Zeitung waren „die Kombination aus zwei Leitzinssenkungen, der abermaligen Lockerung des Sicherheitenrahmens, den intensivierten Anleihekäufen sowie den Dreijahreskrediten als Reaktion auf zugegeben schwache monetäre Daten zu viel des Guten.“

Die Süddeutsche Zeitung titelt mit „Warnung vor dem billigen Geld“ „Das hilft vielleicht den Krisenstaaten, für Deutschland könnten günstige Kredite eher ein Problem werden. Manche Ökonomen warnen schon vor einer Immobilienblase“, schreibt die Zeitung weiter.

Wir könnten uns an die Zwei vor dem Komma gewöhnen müssen“, kommentiert das Handelsblatt die weiteren Inflationsaussichten.

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Kommentare zu " Presseschau: Draghis Abschied vom Bundesbank-Vorbild"

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  • Hi, Grüße aus dem Reformunfähigen Spanien. Das Baskenland und Katalonien hat eine Steuerhoheit und lehnt Sparen ab, das korrupte Andalusien klagt gegen die Sparmaßnahmen. So bleibt der unfähigen Goldman Sucks Regierung nur das Scheinsparen, fällt ja erst ineinem Jahr auf daß das Defizit 5% höher ausfällt!

    Die Opposition in Andalusien, die eine Minderheitsregierung stellen wird, wirbt offen mit einem Schuldenschnitt, das war ja ein großer Erfolg in Griechenland so die EU Führung!

    Ehrlose Politik-Diletanten in der ganzen EU.

    Frohes Steuernzahlen, Luggi

  • ohne polemik: die entscheidung draghis zeigt doch nur, daß sich die wirtschaft im euro raum völlig auseinanderentwickelt hat oder vielleicht sogar nur deutschland,trotz dieser regierung, die nichts vom sparen und ordnungspolitik versteht. bei der arbeitslosigkeit und den negativen wachstumsraten entsprichen diese maßnahmen den bedürfnissen der anderen länder.
    nur:wenn man die drogen absetzt kommen irgendwann die entzugerscheinungen - die will aber keiner der staaten und schon gar nicht deren bevölkerungen akzeptieren

  • Soll Draghi doch den Tourismus in Italien mit folgendem Spruch ankurbeln: "Kommen Sie nach Italien, Ihr Geld ist schon dort."

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